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Das Kleine Wiener Theater 1941-1988

So sah Sydney aus, als die jüdischen Flüchtlinge, die das Kleine Wiener Theater gründeten, ankamen. Source: Dennis Rowe, State Library of NSW, Wiki Commons

Im 2. Teil unserer Serie: Geschichten aus der Staatsbibliothek mit Louise Anemaat geht es um ein deutsch-sprachiges Exiltheater. Das Kleine Wiener Theater wurde im Jahre 1941 von Else und Alfred Baring und Erna und Gerhard Felser gegründet und erst in den 1980iger Jahren aufgelöst. Die Theatergruppe bestand aus jüdischen Einwanderern aus Österreich, die Flüchtlinge aus dem Nazi-Regime waren.

Louise Anemaat ist die Geschäftsführerin der Bücherei und der Informationsdienste bei der State Library of NSW und spricht mit uns über die Sammlung Kleines Wiener Theater, die aus zwei-sprachigen Theaterstücken, Notizen, Briefen und vielem mehr besteht.

Die Theaterproduktionen waren ein Ventil für die Nostalgie für die alte Heimat und boten einen Treffpunkt für Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Das Wiener Theater versuchte in seinem neuen Land etwas zu schaffen, was  auf gemeinsamen Werten, Interessen und Erfahrungen basierte und gleichzeitig die Wiener Theatertradition fortsetzte. Mit humorvollen Geschichten verarbeiten die Mitglieder ihre Erfahrungen in der neuen Umgebung und nahmen sich gern selbst auf den Arm.

Alle Schauspieler waren Amateure und arbeiteten ungendgeltlich. Die zweisprachigen Skripte wurden normalerweise von Alfred Baring und Karl Bittman geschrieben. Der Ruf des Theaters beruhte weitgehend auf den sogenannten "Bunten Abenden". Das waren Kabarettvorstellungen, die eine Mischung aus Kabarettszenen, Witzen und Liedern enthielten, die auf sprachlichen Missverständnissen und kulturellen Auseinandersetzungen beruhten. Spätere Skripte wurden durch eine Nebenhandlung oder ein Thema verknüpft.

Ihre ersten Auftritte fanden in Privathäusern und Gärten statt. Später trat es in Hallen und Theatern wie im Independent Theatre in North Sydney und im Anzac House Auditorium auf. Die Gruppe brachte normalerweise zwei oder drei Stücke pro Jahr auf die Bühne, mit sechs bis zwölf Vorstellungen pro Jahr.

1958 verließ eines der Gründungspaare, die Felsers, das Wiener Theater und gründete eine neue deutschsprachige Theatergruppe, die Kammerspiele Sydney im Independent Theatre. Einer der Gründe für die Spaltung war die Uneinigkeit über das Repertoire des Wiener Theaters. Bis in die frühen 1950er Jahre hatte das Wiener Theater auf den Bunten Abenden vor allem Komödien aus der Wiener Vergangenheit aufgeführt. Ernstere, zeitgenössische Stücke, u.a. Kafkas Der Prozess , wurden ab 1951 hauptsächlich unter dem Einfluss von Gerhard Felser aufgeführt. Kritik an dieser neuen Richtung führte schließlich zur Spaltung der Gruppe und zur Gründung der Kammerspiele. Die Kammerspiele wurden 1968 aufgelöst.

Kleine Wiener Theaterproduktionen wurden immer gut besucht und mit Spannung erwartet. Viele arbeiteten mit dem Wiener Theater zusammen, darunter Henri Szeps (who played the dentist son in Mother and Son), Professor Max Feuerring, Stan Rapotec, Quentin Hole, Stefan Haag, Owen Grant, Dr. Alphons Silbermann und John Bluthal. Musik wurde von Werner Baer und Steps Weintraub geschrieben. Zu den ausländischen Gästen gehörten Freddi Durra, Gerhard Bronner und Peter Wehle.

 

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