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  • Mieter haben schlechtere Ausgangspositionen in Australien (PA Wire)
Australien ist immer noch ein Land, in dem der Traum vom eigenen Haus groß geschrieben wird. Die Erschwinglichkeit ist jedoch nach wie vor ein Problem. Die Volkszählung von 2016 zeigt einen langsamen, aber stetigen Rückgang der Wohneigentumsquoten und einen Anstieg der Mietpreise. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht über den privaten Mietmarkt in 10 anderen Ländern untersuchte, was Australien von diesen Ländern über die Zukunft von Mietwohnungen lernen könnte.
German
By
Peggy Giakoumelos / Trudi Latour (German Version)

2 Feb 2018 - 4:22 PM  UPDATED 2 Feb 2018 - 4:22 PM

Es wird oft als der große australische Traum beschrieben. Die letzte Volkszählung zeigte, dass Wohneigentum für knapp über 65 Prozent der Australier immer noch die Norm ist. Aber es ist ein Traum, der seit dem Jahr 2006 um rund 3 Prozent rückläufig ist. Daher überrascht es nicht, dass der Anteil der australischen Mieter im gleichen Zeitraum von 21 Prozent im Jahr 2006 auf fast 25 Prozent in Jahre 2016 gestiegen ist. Der Forscher Chris Martin vom City Futures Research Center der University of New South Wales ist einer der Autoren einer Übersicht über Mietpolitik und Trends in 10 anderen Ländern. Neun von ihnen sind in Europa und den Vereinigten Staaten. Er sagt, dass der Eindruck vorherrscht, dass in Europa mehr Menschen zur Miete wohnen als in Australien, das jedoch, sagte er, sei irreführend.

"Most of the countries we looked at had a higher owner-occupation rate than Australia does, which goes against the popular view that everyone in Europe rents. Although, looking more closely at what happens to a lot of the European countries, what we found was that the renting is differentiated from the wider housing sector. Small households, single people, low-income people, they're much more likely to rent. So that's something a little bit different from Australia, where our rental system is more integrated. We've got more higher-income people renting, more people with kids renting."

Die Untersuchung fand heraus, dass Mieter in Australien im Immobilienspiel weitgehend benachteiligt sind, da der Mieterschutz zu den schwächsten in der entwickelten Welt gehört. Beispielsweise können die Mieten in Australien mit wenig Vorwarnung erhöht werden. In einigen europäischen Ländern gelten strengere Gesetze, nicht nur in Bezug auf die Mietpreise, sondern auch auf Moeglichekeiten der Mieter, längere Mietverträge abzuschließen. Schweden ist das einzige Land, in dem regulierte oder ausgehandelte Mieten über den gesamten Mietmarkt gelten. In anderen Ländern wie Österreich, Dänemark und Frankreich gibt es neben dem System von regulierten gleichzeitig auch nicht regulierte Mieten. Herr Martin sagt, das ist der Hauptunterschied zwischen Australien und den Ländern.                         

"Australia lags behind most other places, in terms of the legal protections for tenants and legal assurance of security. In most of the other countries we looked at, there's provision for the termination of tenancies by landlords only on reasonable grounds. In Australia, generally, tenancies can be terminated by landlords without grounds. Most the countries we looked at, we saw examples of legal regimes where you had to have reasonable grounds for termination. But there's also a couple instances of countries where they use long fixed terms. That's not really the major way of providing security."

Bei der Untersuchung ging es auch darum, wie sich die Finanzen, das Steuersystem und die Subventionen auf den Mietmarkt in Australien und Übersee auswirken. An Australien geht die Empfehlung gründlich zu prüfen, wie all diese Faktoren, getrennt und zusammen, den privaten Mietmarkt beeinflussen. David Morrison, ein Jurist an der Universität von Queensland, sagt, es gebe keine klaren Antworten darauf, wie sich der Verzicht auf einige Richtlinien und die Umsetzung anderer auf den privaten Mietsektor auswirken würde.

"It's difficult for the government to know precisely what levers it ought to pull to make it more available or affordable. I think that's the first thing. So you hear about the removal of negative gearing and the removal of capital-gains tax breaks for investors, but it's not immediately clear that the removal of negative gearing, for example, would make housing instantly more affordable for Australians. I think it's a much more complex debate."

Ein Manager der Tenant Union of New South Wales, Ned Cutcher sagt, Bezahlbarkeit in Australiens Mietmarkt bleibt ein wichtiges Thema, aber nach Lösungen in Übersee suchen, kann nicht die Antwort sein.

"We need to be careful not to romanticise the experience overseas too much. I mean, I don't think we could look to any part of the world and say, 'There is a perfect system that we ought to emulate.' But there are certainly some aspects of some countries overseas that we could look to and say they're doing it better -- places like Germany, Central Europe, Northern Europe, where tenants have got much better security of tenure, the landlord needs to really justify taking a property back from a tenant. And that's just not something that we have in Australia. People put up with high prices, all sorts of things that, in other countries, they might not have to, because they're worried about evictions without grounds."

Die Untersuchung befasste sich auch mit dem Aufkommen von institutionellen Großgrundbesitzern in anderen Ländern. Nach der globalen Finanzkrise in den Vereinigten Staaten, entstand dort zum Beispiel ein ganz neuer Sektor von Vermietern, und zwar Investoren, die in großem Stil ehemalige Eigentumswohnungen bei Zwangsversteigerungen gekauften. In Deutschland hat der größte Unternehmensvermieter allein mehr als 330.000 Immobilien. In Australien, sagt Cutcher, ist dies kein Trend, der sich entwickelt hat, da das australische Regulierungssystem Kleininvestoren begünstigt, die ein oder zwei Mietobjekte besitzen könnten.

"That's been driving our private rental market at least for about the last 15 or 20 years, but we need to be careful that we don't just make an assumption that an institutional investor is necessarily going to give us a better rental market. We do need to think about what's going to be different from the perspective of the renter. Sim ply because their landlord is a large corporation may or may not be better. But we need to look at what the flaws in our current renting laws are, and let's plug those, regardless of whether we've got institutional investors or not."