SKIP TO MAIN CONTENT

12 Fakten, die Sie zum neuen Eltern-Visum wissen müssen

Das letzte Woche angekündigte neue, temporäre Eltern-Visum geht mit zahlreichen Auflagen einher. Fakt ist, bürokratische und finanzielle Hürden werden auch bei diesem Visum bestehen bleiben. Noch gibts es viele Fragezeichen: Die Antragskosten, Arbeitsrechte, Englisch-Kenntnisse oder Alterslimits sind noch nicht geklärt.

Familienfreuden am Flughafen
Source: Getty Images

4 min read

Published

Updated

By Ben Windsor

Presented by Maria Schaller


Skip to article content

Letzte Woche hatte Australiens Regierung erklärt, mit 1. Juli 2017 ein neues, temporäres Eltern-Visum einzuführen, das eine Alternative zu den beiden bestehenden Möglichkeiten bieten soll. Im Moment können Staatsbürger oder Permanent Residents ihre Eltern über ein "Non-Contributor Visa" ins Land holen, um ca. $5.935 und 30 Jahre Wartezeit, oder das "Contributor Visa" um durchschnittliche $47.000 und zwei Jahre Wartezeit. Außerdem können sie als Touristen einreisen, für drei Monate um $135 oder zwölf Monate für $340.

Eine Situation, die weder für die Antragsteller noch die Behörden optimal zu sein scheint. Laut "Australia’s Productivity Commission" reichen auch die $47.000 nicht zur Kostendeckung für das Gesundheitssystem. Der durchschnittliche Antragsteller eines Parent Visas benötige zwischen $335.000 - $410.000 im Laufe seines Lebens, da viele Personen aber älter sind, bezahlen sie kaum Steuern. Der Vorschlag der Kommission deshalb - die Antragskosten verdoppeln.

Lösung: Das "Temporary Parent Visa"

Aus diesem Grund rief man letzte Woche das temporäre Eltern-Visum ins Leben. So wie im vergangenen Wahlkampf versprochen.

Lezte Woche wurde dazu ein "Discussion Paper" eingerichtet, an dem sich die Bevölkerung beteiligen kann. Die Details sollen bis zum Ende 2016 geklärt sein.

Alle Infomationen zum neuen Visum

Hier sind alle notwendigen, bis jetzt bekannten Fakten, aber auch offene Fragestellungen:

 

1. Die bis zu Fünf-Jahres-Visa sollen "leistbar" werden

Die Regierung nannte bislang noch keine Preise, sprach in diesem Zusammenhang aber von "leistbarer als die derzeitigen Optionen". Klar ist aber, die Visa werden für ein, drei oder fünf Jahre vergeben, bevor sie erneuert werden müssen. Abhängig vom Alter und Gesundheitszustand, der gewünschten Dauer und davon, wie sehr die Eltern von Kindern unterstützt werden können.

2. Es muss nicht um PR angesucht werden

Das neue Eltern-Visum wird nicht Teil des bestehenden "Permanent Migration Systems" sein. Laut Regierung können die Antragsteller aber auch um ein permanentes Visum ansuchen.

3. Visums-Inhaber haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen

Anders als PR haben Menschen auf dem neuen Visum keinen Anspruch auf Medicare oder andere Leistungen. Das Visum soll den Eltern ermöglichen, bei ihren Kindern zu leben, ohne die begleitenden Kosten für den Staat entstehen zu lassen. "Australier zahlen ihr Leben lang für diese Leistungen ein. Menschen, die gegen Ende ihres Arbeitslebens ins Land kommen, haben diesen Beitrag nicht geleistet", heißt es dazu.

4. Visums-Inhaber brauchen private Versichungen

Die Antragsteller benötigen eine private Krankenversicherung eines australischen Anbieters, bevor sie ins Land kommen. Auch Gesundheitschecks, wie sie bei allen Visa, die länger als sechs Monate laufen, üblich sind, wird es beim neuen Visum geben.

5. Der Antragsteller benötigt ein Kind, das als Sponsor dient

Dieses muss mehrere Jahre in Australien gelebt haben und seinen finanziellen Beitrag geleistet haben, was gegebenfalls bewiesen werden muss. Solche, die länger ihre Beiträge eingebracht haben z.B. australische Staatsbürger im Vergleich zu PR, sollen auch Vorrang bei den Anträgen bekommen.

6. In einigen Fällen wird eine Pfandgebühr notwendig

In speziellen Fällen wird der Sponsor einen Pfand verrichten müssen, z.B. bei gesundheitlichen Problemen. Zu bezahlen in Form von Raten, Pauschalen oder HECS ähnlichen Krediten. Details dazu sind zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht finalisiert.

7. Englisch-Kenntnisse könnten relevant werden

Die Regierung rechnet mit vielen Antragstellern mit schlechten oder keinen Englisch-Kenntnissen, legt aber auch klar, dass diese unter Umständen nötig sein werden. "Solche, mit guten Kenntnissen können sich leichter in Australien einleben und Zugang finden", heißt es dazu.

"Die neuen temporären Visa sollen helfen, die bestehenden Probleme zu kompensieren und positive soziale Effekte für Australien durch vereinte Familien und zusammenhaltende Communities haben." - Department of Immigration

8. Offene Frage: Arbeitserlaubnis

Die Frage, ob die Antragsteller in Australien arbeitsberechtigt sein werden, ist im Discussion Paper noch nicht eindeutig geklärt.

9. Unklar, wie viele Anträge es geben wird

Derzeit werden rund 8.000 Anträge für Eltern-Visa jährlich angenommen. Die Nachfrage übersteigt aber bei weitem das Angebot, wodurch die enorm langen Wartezeiten zustande kommen. Eine klare Begrenzung findet sich im aktuellen Discussion Paper noch nicht.

10. Womöglich wird es Alterslimits geben

Klare Angaben dazu wurden noch keine gemacht, nach einer Lösung wird noch gesucht. Eine Untergrenze einzuführen könnte aber junge Antragsteller davon abhalten, von etwaigen Arbeitsrechten zu profitieren. Eine Obergrenze könnte die Gefahr reduzieren, dass ältere eine Belastung für das Gesundheitssystem darstellen.

11. Es könnte chaotisch werden

Auf viele mögliche Szenarien gilt es während der kommenden Monate Antworten zu finden. So zum Beispiel für den Fall des Todes des Kindes. Wären die Eltern dann berechtigt, in Australien zu bleiben?

12. Bringen Sie sich ein!

Noch bis zum 31. Oktober 2016 werden Meinungen an diese Adresse entgegengenommen: temporary.parent.visa@border.gov.au

Alle Einreichungen (ohne persönliche Details) werden danach unmittelbar veröffentlicht.

 

 

 

 


Follow SBS German

Download our apps

Listen to our podcasts

Get the latest with our exclusive in-language podcasts on your favourite podcast apps.

Watch on SBS

German News

Watch it onDemand

Stream now