Doch der schöne Schein trügt, denn die Natur ist in Not. In Deutschland ist die Zahl der Vögel und Insekten laut neuer Studien in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Die Ursachen dafür sind nicht sicher, aber intensive Landwirtschaft und Umweltgifte dürften eine Rolle spielen.
Zwischen 1998 und 2009 sind in Deutschland knapp 13 Millionen Vogelbrutpaare verloren gegangen. Das sei ein Minus von 15 Prozent, so berichtet der deutsche Naturschutzbund.
Besonders betroffen seien unter anderem der Haussperling und der Star.
Die Hiobsbotschaft folgt einer neuen Studie, die einen erheblichen Rückgang der Insekten in Deutschland offen legt.
Der Schwund sei weit verheerenderen als bisher vermutet, stellen die Autoren fest.

Mögliche Gründe: Intensive Landwirtschaft, Klima …
Auf der Suche nach möglichen Gründen für den Insektenschwund untersuchten die Wissenschaftler etwa den Einfluss von Klimafaktoren, der landwirtschaftlichen Nutzung und bestimmter Lebensraumfaktoren. Die Analyse brachte jedoch keine eindeutige Erklärung.
Für den Rückgang bei Insekten und Vögeln machen Naturschützer vor allem eine intensive Landwirtschaft mitverantwortlich.
Der Deutsche Bauernverband warnt hingegen schnell vor voreiligen Schlüssen.
Bei beiden Untersuchungen sei die Datenlage angeblich unzureichend, so die Funktionäre.

… weniger Lebensraum und mehr Umweltgifte
Das Planck-Institut für Ornithologie vermutet neben weniger Insekten eine Vielzahl von Gründen für den Vogelschwund, für die allerdings in erster Linie der Mensch verantwortlich sei: eine weniger vielfältige Naturlandschaft für Feldlerche oder Goldammer, weniger Unterschlupf in der Stadt für Schwalben oder Mauersegler. Dazu kämen generell mehr Umweltgifte und Fremdstoffe, die Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Vögeln haben könnten. Auch die Jagd auf Zugvögel im Ausland spiele eine Rolle.
Die Folgen des Verlusts seien schwer einzuschätzen, sagen die Wissenschaftler.
Fest steht aber, dass Vögel Samen verbreiten und Parasiten in Schach halten und ein Ökosystem ist generell weniger stabil und gesund, je weniger Elemente es enthält.
In Australien ist die Problemlage ähnlich. Was in Deutschland der Vogelschwund ist, ist in Australien das Korallensterben. Auch hier vermuten die Wissenschaftler den Einfluss von Umweltgiften und einer intensiven Landwirtschaft.
In beiden Ländern ringen Fortschritt und Natur um ihre Daseinsberechtigung.
