Die heute 92-Jährige, die 1924 als Klara Wieser in Selb in Bayern geboren wurde, empfing uns in ihrem Zuhause in Glen Waverly, im Südosten Melbournes, um sich für uns zurückzuerinnern.
Im ersten Gesprächsteil erzählt Claire von Familienkonflikten in ihrer Kindheit, wie sie Arbeitsdienst während des Krieges leistete und später als Dolmetscherin für die aliierten Militärregierungen arbeitete.
Mit Hilfe einer Tante gelang der Familie 1951 die Einreise nach Australien, der eine qualvolle Schiffreise, besonders für die kranke Mutter, vorausging. Nach dem baldigen Tod ihrer Mutter in Südaustralien kam für Claire der Umzug nach Melbourne, wo sie ihren Traum vom Abschluss des Studiums der Germanistik und moderner Sprachen verwirklichen konnte:

Neben ihrem Studium arbeitete Claire French-Wieser als Sekretärin an der University of Melbourne und später als Vortragende über europäische Kultur. Außerdem heiratete sie den Australier Jack French, mit dem sie drei Kinder bekam.
Einer der Rückschläge in Claires Leben, war der Moment, als das selbst gebaute Haus kurz nach der Fertigstellung durch ihr Verschulden abbrannte, wie sie im zweiten Teil der Gesprächsreihe erzählt:

Nach über sechs Jahrzehnten in ihrer neuen Heimat fühlt sich Claire French-Wieser mit ihrer mitteleuropäischen Heimat noch sehr verbunden, wie sie im letzten Interviewteil erzählt. Sie spricht vier Sprachen fließend und betätigt sich unter anderem als Autorin. 2013 erschien ihre Biographie in Buchform, die sich zum Teil auf ihre Tagebuchaufzeichnungen stützt und viele Bilder aus ihrem bewegten Leben enthält.
"Dieses Leben in Down Under war wirklich eine verkehrte Welt" - mit diesen Worten beginnt Claire French-Wieser ihre Biographie "Meine verkehrte Welt. Von Bozen nach Australien"

