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Zwanghaftes Sexualverhalten wird jetzt als psychische Störung klassifiziert

"Sexsucht und Sexualzwang sind etwas ganz anderes", sagte ein Experte.

Im vergangenen Monat beschloss die Weltgesundheitsorganisation zwanghaftes Sexualverhalten als Störung der psychischen Gesundheit zu klassifizieren und fügte sie in die Liste der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) ein. Das ist das sich ständig erweiternde Handbuch der Krankheiten, Verletzungen und ihren entsprechenden Codes, welches dazu dient einen Überblick über die Gesundheitsstatistiken zu erhalten und Gesundheitsdienstleister bei der Zuweisung von Ressourcen zu unterstützen. Der neue ICD, der 2022 in Kraft tritt, wird auch die Spielstörung als Suchtkrankheit einbeziehen.

Der ICD definiert zwanghaftes Sexualverhalten teilweise als "ein anhaltendes Muster des Versagens, intensive, sich wiederholende sexuelle Impulse oder Triebe, die zu wiederholtem Sexualverhalten führen, zu kontrollieren", die sich über einen Zeitraum von sechs Monaten oder mehr erstrecken. Um sich als zwanghaft zu qualifizieren, muss dieses Verhalten auch in das eigene Leben eingreifen, indem es zu "erheblichem Stress oder erheblichen Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen des Funktionierens" führt.

Es ist wichtig zu beachten, dass, obwohl "Sexsucht" oft mit zwanghaftem Sexualverhalten durch Populärkultur und Medien in Verbindung gebracht wird, die Forscher lange Zeit versucht haben, die beiden zu trennen: Die American Psychiatric Association hat die Diagnose abgelehnt, und das DSM Sex-Sucht gehört nicht zu ihrer Liste. Einige Experten bezweifeln, dass Sex - oder andere zwanghafte Verhaltensweisen wie Glücksspiel und Einkaufen - ohne chemische Suchtwirkung, wie Drogen oder Alkohol, "süchtig machen" können, aber andere bestehen darauf, dass zwanghaftes Sexualverhalten das Gehirn verändert und daher behandelt werden sollte wie jede andere Sucht. Therapeuten, die mit Sexsüchtigen arbeiten, weisen auf das Leiden ihrer Patienten als Beweis dafür hin, dass der Zustand existiert und ruinös sein kann. "Sexsucht und Sexualzwang sind ganz andere Themen", sagt Nicole Prause, eine auf Sexualverhalten und Sucht spezialisierte Neurowissenschaftlerin. "Sucht und Zwang manifestieren sich im Gehirn anders, haben unterschiedliche Verhaltensmuster und unterschiedliche Behandlungen." Auch Kliniken, wie sie Weinstein besucht, kritisieren sie, und ihr Ansatz wird von der Wissenschaft nicht unterstützt.

Befürworter der WHO-Entscheidung hoffen jedoch, dass eine offizielle Klassifizierung zu mehr Forschung zu zwanghaftem Sexualverhalten und damit zu mehr Unterstützung für Betroffene führen wird.

This article was originally published by Science of Us.


2 min read

Published

By Katie Heaney

Source: Science of Us




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