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Hamburg im Ausnahmezustand

Am Vorabend des G-20 Gipfels kam es in Hamburg zu massiven gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Es gab etwa 100 Verletzte.

Demonstrationen in Hamburg vor dem G-20 Gipfel
Demonstrationen in Hamburg vor dem G-20 Gipfel Source: EPA / Phillip Singer

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Published

By Trudi Latour



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Nachdem die Anti-G20-Demonstration "Welcome to Hell" mit mindestens 12.000 Teilnehmern in Hamburg zunächst friedlich am Fischmarkt begonnen hatte, war sie schon wieder zu Ende, nach gerade mal 50 Metern. Nach Angaben der Zeitung TAZ wurde sie von der Polizei durch den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas gestoppt. Andere Medien gaben an, es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Nach Polizeiangaben hatten sich etwa 1000 Vermummte Autonome unter die Demonstranten gemischt. Sie waren ursprünglich sogar von bis zu 8000 gewaltbereiten Autonomen ausgegangen. Der Veranstalter erklärte den Demonstrationszug nach gut einer Stunde für beendet.

Aber nachdem die geplante Kundgebung "Welcome to Hell" gestoppt worden war, formierten sich die Demonstranten immer wieder neu. Kleinere Gruppen lösten sich aus der Menschenmeng, und rüsteten sich laut Polizei mit Gerüstteilen und Steinen aus, errichteten Barrikaden und zündeten diese zum Teil an. In einem News-Ticker in der Hamburger TAZ hieß es:

„Man bekommt leider den Eindruck, dass die Polizei die „Welcome to Hell“-Demo bewusst auflaufen lässt. Ein Demonstrant trägt ein Schild: „Bitte nicht schießen! … An der Ecke zum Schulterblatt veranstalten die Demonstranten mit immer noch gut 1.000 Leuten eine Versammlung. Gerade als die Demo vom Lautsprecher aus aufgelöste werden soll, attackiert die Polizei die Menge erneut mit Wasserwerfern. Sie hat offensichtlich kein Interesse an einem einigermaßen friedlichen Ende. Dann lösen die Veranstalter die Demo auf. “

Insgesamt seien gegen Mitternacht noch etwa 6000 Demonstranten auf Hamburgs Straßen unterwegs gewesen, erklärte die Polizei. Nach ihren Angaben wurden 74 Polizisten verletzt, drei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Piloten eines Polizeihubschraubers erlitten nach Angaben der Polizei Augenverletzungen durch Laserpointer.

Die Veranstalter von "Welcome to Hell" warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor.

Im Live-Blog des NDR hieß es:

„Bis zum späten Abend hat es offenbar zwischen zehn und 20 Festnahmen von Aktivisten gegeben. Andreas Blechschmidt, einer der Anmelder der "Welcome to Hell"-Demo, bezog sich auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten. Die Veranstalter erklärten den Demonstrationszug nach gut einer Stunde für beendet. Dieser war nur wenige Meter weit gekommen. Die Organisatoren warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor: Noch während man Teilnehmer aufgefordert habe, ihre Vermummung abzulegen, sei die Polizei bereits massiv gegen Protestierende vorgegangen. Die Polizei hatte sich bei ihrem Vorgehen auf Verstöße gegen das Versammlungsgesetz durch die Vermummung berufen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilt die gewalttätigen Demonstrationen in Hamburg. Es gebe "keine Rechtfertigung", ließ die Kanzlerin über ihren Regierungssprecher via Twitter verlauten.

Angela Merkel spricht sich gegen Proteste aus
Angela Merkel spricht sich gegen Proteste aus Source: twitter@ Bundesregierung

Für heute haben die Gipfelgegner Blockaden angekündigt. Sie wollen die Anfahrtsrouten lahmlegen und planen auch Aktionen im Hafen. Heute beginnt der Gipfel offiziell, an dem US-Präsident Donald Trump sowie seine Kollegen aus Russland und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, teilnehmen. Etwa 20.000 Polizisten sollen das über die nächsten zwei Tage stattfindende Gipfeltreffen schützen.

 

Auch ansonsten steht das G20-Treffen vor einem komplizierten ersten Tag. Die Teilnehmer sind sich bei mehreren entscheidenden Themen uneins. Die Gastgeberin Angela Merkel  versuchte noch vor der Gipfeleröffnung Probleme auszuräumen. Doch ob es ihr gelingt, ist offen.

“Wir sind davon überzeugt, dass wir, wenn wir die großen Probleme, und davon gibt es ja viele im Moment ansprechen, und alles daran setzten auch Lösungen zu finden, dass das dann ein Gewinn für alle sein kann, eine sogenannte win-win Situation.

Der Deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, betonte dass es außerordentlich wichtig sei, dass die  USA (SHOY-bleh) mit den anderen Staatsoberhäuptern zusammen arbeitet.

"The strongest power of the world, economically and politically, if the strongest power wants to be even stronger, this power must lead the world. If the strongest power is saying, 'Only America,' it doesn't remain the strongest power. It becomes more ... more ... less important."

 


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