In seiner Argumentation sagte Trump, er müsse die Wirtschaft und die Bürger Amerikas schützen.
"For example, under the agreement China will be able to increase these emissions by a staggering number of years - 13, they can do whatever they want for 13 years, not us. India makes its participation contingent on receiving billions and billions and billions of dollars in foreign aid from developed countries. There are many other examples, but the bottom line is that the Paris accord is very unfair at the highest level to the United States."
Rund um den Globus hagelt es Kritik
Die Enttäuschung über den US-Präsidenten ist groß. So mancher hatte insgeheim gehofft, Trump werde seine Drohung nicht wahrmachen. Der Tenor: Die USA schaden der Welt und wir werden weiter gegen den Klimawandel kämpfen.
UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete Trumps Ankündigung als "große Enttäuschung". Guterres teilte durch einen Sprecher mit: "Das Pariser Abkommen wurde 2015 von allen Ländern der Welt verabschiedet, weil sie den gewaltigen Schaden erkennen, den der Klimawandel bereits verursacht hat." Er zeigte sich zuversichtlich, dass Städte, Bundesstaaten und Unternehmen innerhalb der USA weiter für ein kohlenstoffarmes Wirtschaftswachstum kämpften, um mit passenden Jobs und Märkten den Wohlstand des 21. Jahrhunderts zu sichern.
Auch Ex-US-Präsident Barack Obama meldete sich zu Wort. Er warf seinem Nachfolger vor, sich der Zukunft zu verweigern. Er zeigte sich überzeugt, dass die US-Bundesstaaten, die Städte und Unternehmen nun sogar mehr tun würden, um den Planeten zu schützen.
Kanzlerin Merkel: „die Erde bewahren“
Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert telefonierte die Kanzlerin mit dem US-Präsidenten und drückte dabei ihr Bedauern über dessen Entscheidung aus.
"Ich bedauere die Entscheidung des US-Präsidenten", teilte der Regierungssprecher im Namen der Kanzlerin via Twitter mit. Merkel wünsche sich "weiter alle Kraft für globale Klimapolitik, die unsere Erde bewahrt".
Die Äußerungen der Ministerin werden durch eine von Italien verbreitete gemeinsame Erklärung Deutschlands, Frankreichs und Italiens gestützt. Darin heißt es, die drei Staaten gingen davon aus, dass das Pariser Abkommen nicht neu verhandelt werden kann. Es biete "substanzielle wirtschaftliche Chancen für Wohlstand und Wachstum".
Macron: "Make our planet great again"
Der franzoesische Ministerpraesident Macron sagte in einer Fernsehansprache am Donnerstagabend: "Heute Abend haben die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt." Er rief dazu auf, zuversichtlich zu bleiben. "Wir werden erfolgreich sein. Denn wir sind voll engagiert. Denn wo immer wir leben, wer immer wir sind, wir alle teilen die gleiche Verantwortung: Make our planet great again. Thank you."
Auch Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: "Dies ist ein trauriger Tag für die Welt. Dänemark steht bereit, den Klimakampf weiter zu führen, um künftige Generationen zu schützen."
Großbritanniens Premierministerin Theresa May und Kanadas Premier Justin Trudeau reagierten ebenfalls enttäuscht nachdem Trump ihnen seine Entscheidung und Beweggründe persönlich am Telefon mitteilte.
Japan und Australien bedauerten den Rückzug der USA ebenfalls, wollen aber weiterhin an dem Abkommen festhalten. In China wurde der Ausstieg der USA als "globaler Rückschlag" bezeichnet. Trump habe "zum Bedauern fast aller" entschieden, sich und die USA von einer "historischen globalen Vereinbarung abzuschneiden, bei deren Entstehung sein Land einmal eine Schlüsselrolle spielte", kommentierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.
Das Fazit
Nach Einschätzung des Direktors des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, wird es dem Fortschritt der weltweiten Klimapolitik nicht substanziell schaden, wenn Amerika tatsächlich das Paris-Abkommen verlässt. Schaden werde es aber den USA, sagte Schellnhuber in den ARD-Tagesthemen.
"China und Europa werden globale Führer auf dem Weg zu einer sauberen und sicheren Energiezukunft, und sie werden ihre Position verstärken, wenn die USA zurückrutschen ins Nationale."
