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Das Känguru. Eine Hassliebe

Australier sind einerseits stolz auf das Känguru - sie finden es süss und putzig. Andererseits begegnen sie dem Beuteltier mit erschreckender Brutalität - sie schlachten es jährlich in Millionenhöhe ab.

Kangaroo. A Love-Hate Story
Szene aus dem Film "Kangaroo. A Love-Hate Story". Source: Kangaroo. A Love-Hate Story

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By Adrian Plitzco



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Eine Dokumentation, die diese Woche in die australischen Kinos kommt, wird ohne Zweifel die Gemüter erhitzen. „Kangaroo. A Love-Hate Story“ ergründet die Beziehung der Australier zu ihrem „Landestier“.

Die Dreharbeiten zu der Dokumentation der Filmemacher Kate und Michael McIntyre begann vor vier Jahren. Was die beiden dabei entdeckt haben, hat sie selbst überrascht.

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Beliebt und verhasst

Das Känguru verkörpert den australischen Geist in vieler Hinsicht: Es ist Teil des Staatswappens, ist auf Geldmünzen abgebildet, ziert Australiens grösste Fluggesellschaft oder das Produktesiegel „Australian made“.

Auch nationale Sportvereine schmücken sich mit seinem Namen: die Fussballelf Socceroos, die Frauen-Fussballelf Matildas (von Waltzing Matilda), das Rugby-Team Wallabies oder die Damen-Landhockey Hockeyroos.

Dennoch verschliessen viele die Augen vor dem, wie tagtäglich mit dem an und für sich beliebten Tier umgegangen wird.                                                                           

Die weltweit grösste kommerzielle Abschlachtung wildlebender Landtiere

Gerade dieser Aspekt sticht im Film besonders hervor: die tagtägliche, regelrechte Abschlachtung im grossen Stil. Der Philosoph Peter Singer spricht in der Dokumentation von der weltweit grössten, kommerziellen Abschlachtung wildlebender Landtiere. Jedes Jahr werden landesweit Millionen dieser Beuteltiere erschossen. Wieviele es tatsächlich sind, weiss niemand genau. Die vom Staat regulierte Abschussquote lag in den vergangenen Jahren bei fünf Millionen. Doch niemand kann mit Bestimmtheit sagen, ob die Quote tatsächlich eingehalten wird. Es könnten mehr, aber auch weniger sein. Hinzu kommen die Hundertausende von Jungtieren (Joeys), die in den Beuteln ihrer erschossenen Mutter liegen – diese verenden letztendlich auch, doch werden nicht mitgezählt. Nicht berücksichtigt in der Schätzung sind auch diejenigen Kängurus, die illegal getötet werden.

Manche sprechen in der Dokumentation bereits von einem Aussterben der Kängurus in vereinzelten Regionen.

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Wer hat ein Interesse daran, die putzigen Beuteltiere zu erschiessen?

Es gibt zwei Hauptgründe, warum Kängurus im grossen Stil erschossen werden. Zum einen sind es die Farmer, die sie als eine Plage sehen. Sie fressen den Schafen und Rindern das Gras weg.

Zum anderen ist das Geschäft mit Kängurus lukrativ,als Fleisch- und Lederprodukt und als Hundefutter – jährlicher Wert: 200 Millionen Dollar. Der grösste Abnehmer dieser Produkte ist Europa.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Känguru-Industrie den Dokumentationsfilm bereits im Vorfeld kritisiert. Und nicht minder verwunderlich ist es, dass Tierschützer diesen Film für ihre Agenda bereits zunutze machen.

Die Debatte hat begonnen

Die Filmemacher Kate und Michael McIntyre bestreiten, Verbindungen zu Tierschutzorganisationen zu haben. Der Film ist unabhängig finanziert und während der vierjährigen Dreharbeiten sprachen sie mit Vertretern aus allen möglichen Lagern: Wissenschaftler, Politiker, Farmer, Vertreter der Känguru-Industrie, Umweltschützer, Staatsbehörden, Aboriginals, Tierschützer und auch Touristen.

Mit ihrem Film wollen sie eine Debatte über die Hassliebe der Australier zum Känguru auslösen, was ihnen bereits gelungen ist. 

Der Film Kangaroo. A Love-Hate Story ist ab 15. März in australischen Kinos zu sehen.


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