Entgegen der ursprünglichen Ankündigung hat das Einwanderungsministerium tausende 457-Visa in Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit bewilligt.
Anfang des Monats hieß es von Peter Dutton noch: "Es ist unvorstellbar, in Gegenden mit 14-, 15- prozentiger Jugendarbeitslosigkeit Firmen zu erlauben, ausländische Arbeiter zu engagieren. Das habe ich gestoppt." Außerdem arbeite Dutton an weiteren Straffungen im 457-Programm.
Folgende 6 Karten zeigen jedoch die Relation in Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und ausgestellten 457-Visa seit Dutton Ende 2014 Einwanderungsminister wurde:

Die zugrundeliegenden Daten stammen vom Arbeitsministerium vom Januar 2017 und der Arbeitslosenquote von Jugendlichen zwischen 15-24.

Eine Sprecherin Duttons erklärte, es habe einen Anstieg von 457-Visa in Nord-West- und Süd-Ost-Melbourne gegeben, aber: "in kleinem Ausmaß und vor allem in hochqualifizierten Berufen im Gesundsheits-, Industrie- und Dienstleistungsbereich. Nicht in Einstiegsjobs wie dem Fast Food Sektor."
"Beide Gegenden wachsen, ökonomisch und einwohnertechnisch und weisen große Nachfrage nach qualifizierten Kräften auf."

Die Sprecherin erklärte weiter, unter den von SBS News identifizierten Gegenden wäre die Anzahl an 457-Visa in Cairns, Nord-Adelaide und Townsville gesunken, stabil sei sie in Süd-West-Perth.

Letztes Jahr erklärte Minister Dutton, die Anzahl an Jobs im Rahmen des 457-Programms senken zu wollen.
Dies wurde noch einmal bekräftigt im März.


Das 457-Programm hat wenig Auswirkung auf Einstiegsjobs, sagen Experten
Junge Australier würden mit 457-Aspiranten nicht um Arbeismöglichkeiten konkurrieren, sagt Dr. Joanna Howe, Juristin an der
University of Adelaide.
"Es ist unaufrichtig zu sagen, 457-Halter würden Jobs von Jugendlichen stehlen, wenn andere Visa-Bereiche wie Studenten oder Working Holiday Maker weitreichende Arbeitsrechte haben."
Die überwiegende Mehrheit bei 457-Visa - fast 99 % - erfordert zumindest ein Certificate III und eine zweijährige Ausbildung im Job.
Henry Sherrell vom Development Policy Centre an der Australian National University weist auf die geringe Anzahl an ausländischen Arbeitskräften hin.
Der Arbeitsmarkt sei gestrafft, "nicht wegen der Maßnahmen der Regierung, sondern weil Arbeitgeber weniger Möglichkeiten sehen."
Das 457-Programm wird laufend Änderungen unterzogen. Der Fast Food Sektor, der von Labor über Umwege aufgenommen wurde, ist kürzlich aus dem 457-Programm gefallen.
