Unter den Nichtzahlern sind erlauchte Namen. Eine Untersuchung der ABC zeigt, dass Qantas und auch andere Fluglinien an den Fiskus nichts überweisen. Auch der Melbourner Bauriese Grocon macht das so und ebenso Goldman Sachs, der alte Arbeitgeber unseres Regierungschefs. Zu nennen wäre auch Foxtel, Hochtief Australia Holdings, die Royal Bank of Scotland, eines der ältesten ‘ausländischen‘ Unternehmen in Australien und viele andere.
Sie alle sagen, die Steuerschlupflöcher, die sie benutzen, um ihrer Steuerpflicht zu entgehen, seien legal. Juristisch stimmt das sicher, moralisch nicht. Denn, wenn alle Arbeitnehmer durch ihre Steuern dazu beitragen, in Australien Straßen zu bauen und Schulen und Krankenhäuser zu betreiben, dann können sich die Großverdiener nicht einfach aus dem Staube machen, denn auch sie profitieren von dieser Infrastruktur, von der wir uns immer weniger leisten können.
Wo aber kommen diese Steuerschlupflöcher eigentlich her? Die Steuergesetze sind von unseren Abgeordneten verabschiedet und von Gerichten bestätigt worden. Ob solche schlampigen Steuergesetze nun absichtlich oder aus Versehen geschaffen wurden, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist aber, dass alle Verantwortlichen lange und stille zugesehen haben, wie Milliardengewinne unversteuert versickern, ohne Abhilfe zu schaffen. Statt striktere Steuergesetze zu formulieren, werden ärgerliche Steuerzahler mit einer schlappen ‘name und shame‘ Kampagne abgespeist. Als ob das jemanden kratzen würde, der gerade 0 Steuern auf einen zweistelligen Milliarden-Jahresgewinn gezahlt hat. Mit so viel Geld kann man ein schlechtes Gewissen schnell zum Schweigen bringen.
