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Seid verschlungen, Millionen.

Nichts in dieser Welt ist sicher außer dem Tod und den Steuern. Diese Weisheit stammt angeblich von Benjamin Franklin, einem Gründervater der Vereinigten Staaten und Ökonomen. Sein Geburtstag liegt schon gut 300 Jahre zurück, doch seine damalige Erkenntnis gilt heute noch: Wir müssen alle Steuern zahlen. Alle? Offensichtlich nicht in Australien. Die größten und bestverdienenden Unternehmen dieses Landes haben in den vergangenen Jahren keine Geschäftssteuern gezahlt. Nichts. Keinen Pfennig.

Tax-free billions
Steuern? Nein, danke! Source: Getty Images

2 min read

Published

By Wolfgang Mueller



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Unter den Nichtzahlern sind erlauchte Namen. Eine Untersuchung der ABC zeigt, dass Qantas und auch andere Fluglinien an den Fiskus nichts überweisen. Auch der Melbourner Bauriese Grocon macht das so und ebenso Goldman Sachs, der alte Arbeitgeber unseres Regierungschefs. Zu nennen wäre auch Foxtel, Hochtief Australia Holdings, die Royal Bank of Scotland, eines der ältesten ‘ausländischen‘ Unternehmen in Australien und viele andere.

Sie alle sagen, die Steuerschlupflöcher, die sie benutzen, um ihrer Steuerpflicht zu entgehen, seien legal. Juristisch stimmt das sicher, moralisch nicht. Denn, wenn alle Arbeitnehmer durch ihre Steuern dazu beitragen, in Australien Straßen zu bauen und  Schulen und Krankenhäuser zu betreiben, dann können sich die Großverdiener nicht einfach aus dem Staube machen, denn auch sie profitieren von dieser Infrastruktur, von der wir uns immer weniger leisten können.

Wo aber kommen diese Steuerschlupflöcher eigentlich her? Die Steuergesetze sind von unseren Abgeordneten verabschiedet und von Gerichten bestätigt worden. Ob solche schlampigen Steuergesetze nun absichtlich oder aus Versehen geschaffen wurden, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist aber, dass alle Verantwortlichen lange und stille zugesehen haben, wie Milliardengewinne  unversteuert versickern, ohne Abhilfe zu schaffen. Statt striktere Steuergesetze zu formulieren, werden ärgerliche Steuerzahler mit einer schlappen ‘name und shame‘ Kampagne abgespeist. Als ob das jemanden kratzen würde, der gerade 0 Steuern auf einen zweistelligen Milliarden-Jahresgewinn gezahlt  hat. Mit so viel Geld kann man ein schlechtes Gewissen schnell zum Schweigen bringen.


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