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Australische Erinnerungen an eine deutsch-ungarische Geschichte

Autorin Katharina Fares mit ihrem Buch "View from a barred window".
Autorin Katharina Fares mit ihrem Buch "View from a barred window". Source: Oliver Heuthe

Die Melbourner Autorin Katharina Fares gehörte einst der deutschen Minderheit in Ungarn an. 70 Jahre nach ihrer Vertreibung hält sie ihre Erinnerungen in einem spannenden Roman fest, der sich mit großen Verbrechen, aber auch kleinen Hoffnungsschimmern auseinandersetzt.


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By Oliver Heuthe

Source: SBS



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Die Melbourner Autorin Katharina Fares gehörte einst der deutschen Minderheit in Ungarn an. 70 Jahre nach ihrer Vertreibung hält sie ihre Erinnerungen in einem spannenden Roman fest, der sich mit großen Verbrechen, aber auch kleinen Hoffnungsschimmern auseinandersetzt.


Viele Einwanderer in Australien haben spannende Geschichten zu erzählen, aber die Biografie von Katharina Fares ist ganz besonders, denn sie spiegelt einen wichtigen Teil der deutschen und osteuropäischen Geschichte wider. Denn die heutige Seniorin wurde einst als Ungarn-Deutsche geboren, damit gehörte sie der größten ethnischen Minderheit in Ungarn an.

Nur noch rund 550 Menschen identifizieren sich heute in Australien als Ungarn-Deutsche

ABS statistic on the Hungarian Community in Australia.
ABS statistic on the Hungarian Community in Australia. Source: ABS

Fares und ihre Familie wurden gleich drei Mal Opfer der Geschichte und das innerhalb weniger Jahre. Kurz vor Kriegsende rekrutierte die Wehrmacht alle verfügbaren Knaben, Männer und Greise für den Frontdinest. Kurz darauf folgte die Rote Armee, die selbst Frauen nach Sibirien abtransportieren ließ, um unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit zu leisten, nur weil sie Deutsche waren.

Die Familie von Katharina Fares hatte sich im frühen 17. Jahrhundert in Ungarn angesiedelt

Als dritter und letzter Akt der reichen Familiengeschichte folgte die unangekündigte Deportation ihrer Gemeinde in einem Viehwaggon, der in Richtung nirgendwo führte. Wochen der Ungewissheit, die Fares für immer prägen sollten und die schließlich auch zum Titel ihres Buches wurden: "View from a barred window", das nun bei Word Spell Publishing erhältlich ist.

Das Buch von Katharina Fares.
Das Buch von Katharina Fares. Source: Word Spell Publishing

Mit dieser Odyssee ging eine jahrhundertelange Familiengschichte zu Ende, denn bis zu den Verstrickungen des ungarischen Horty-Regimes mit der Nazi-Regierung in Berlin gab es kaum Spannungen zwischen den Deutschen und den Ungarn in der Region. Zwar lebte man eher neben-, als miteinander, aber trotzdem kam man aus, denn schon lange vor dem Krieg gab es viele Initiativen, die die beiden Volksgruppen enger in Verbindung brachten. 

Viele Ungarn-Deutsche haben daher das Gefühl, für etwas büßen zu müssen, was sie selbst nicht verursacht haben. Denn, wie Katharina Fares sagt, Hitler wurde in Deutschland gewählt, aber nicht von ihren Landsleuten.

Der ungarische Machthaber Admiral Nikolaus Horthy zu Besuch in Wien während der Nazizeit. enna.
Der ungarische Machthaber Admiral Nikolaus Horthy zu Besuch in Wien während der Nazizeit. Source: ullstein bild / ullsteinbild via Getty Images

Nach der Vertreibung kam die Ansiedelung in der damaligen Ostzone, eine Zeit die Fares endlich eine relativ vormale Kindheit bescherte. Neben regelmäßigen Mahlzeiten und dem einen oder anderen Kinobesuch gab es auch noch neue Freundschaften und ein Gefühl der Sicherheit, das sie seit Kriegszeiten nicht mehr kannte.

Aber in ihrer Jugend konnte sie sich mit dem System in der DDR nicht anfreunden, es folgte die Flucht in den Westen und schließlich die Auswanderung nach Australien mit ihrem ägyptischen Mann, der wie sie das Gefühlt hatte, in der BRD nicht richtig dazuzugehören.

70 Jahre nach ihrer Vertreibung und 50 Jahre nach der Ankunft hat Katharina Fares nun über die Geschehnisse geschrieben, die ihr Leben so sehr geprägt haben und die ein Spiegelbild für Osteuropa darstellen.

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Schicken Sie uns eine Email an german.program@sbs.com.au mit Ihrem Namen und Telefonnummer und beantworten Sie uns kurz die Frage, warum Geschichten wie diese auch heute noch von Bedeutung sind.

Der Einsendeschluss ist der 15.10.2017.

Viel Glück!


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