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Mieten statt kaufen - eine oft schmerzliche Alternative

Ein Dach über dem Kopf zu haben ist in Australien selten güstige - egal ob als Käufer oder Mieter
Ein Dach über dem Kopf zu haben ist in Australien selten güstig - egal ob als Käufer oder Mieter Source: Getty Images

Den Traum vom Eigenheim können und/oder wollen nur noch 67 Prozent leben. Aber auch die Alternative Mieten hat Schwächen: Ein Drittel aller Mieter leidet unter "Rental Stress". Außerdem steht es um den Mieterschutz in Australien schlecht.


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By Maria Schaller

Source: SBS



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Den Traum vom Eigenheim können und/oder wollen nur noch 67 Prozent leben. Aber auch die Alternative Mieten hat Schwächen: Ein Drittel aller Mieter leidet unter "Rental Stress". Außerdem steht es um den Mieterschutz in Australien schlecht.


Ein Eigenheim - außerhalb der Möglichkeiten

Ein Dach über dem Kopf zu haben, das man sich so gut es geht leisten kann - das ist eines der am meist diskutierten Themen hierzulande.

A woman looks at real estate advertising on an internet website
AAP Source: AAP

Den Traum vom Eigenheim können sich aber immer weniger erfüllen: 67 %, das sind vier Prozent das weniger als vor einem Jahrzent. Ein Drittel der australischen Haushalte machen also Mieter aus. 40 % der Mieter sind seit mehr als zehn Jahren auf dem "Rental Market".

Kaufen steht für viele gar nicht zur Diskussion: Gerade deutschsprachige Bewohner Australiens befinden sich oft auf temporären Visa. Und vor allem sind die Preise zu hoch. In Sydney und Melbourne haben sich die Hauspreise seit der Weltwirtschaftskrise 2009 verdoppelt.

Mieten - ein notwendiges Übel oder eine schlaue Alternative?

Die aktuelle politische Diskussion geht - kurz vor dem neuen Haushaltsplan - klar in die Richtung "Rettung des Housing Markets". Käufer und Mieter beidermaßen unter die Arme greifen, das sagt Schatzmeister Scott Morrison.

Wer mietet - und bewusst ausgesucht haben sich das laut Umfrage der Plattform rent.com.au nur 20 % - der bezahlt kein Haus ab - steht aber auch oft unter großem finanziellem Druck:

  • 53 % aller Mieter müssen ein Drittel ihren wöchentlichen Einkommens für die Miete aufbringen, genannt "Rental Stress"
  • 30 % müssen die Hälfte ihres Einkommens investieren, auch genannt "Extreme Rental Stress"

Massen-Besichtigungen, Miet-Erhöhungen, keine Reperaturen

Mieter müssen sich mit einer Reihe an Schwierigkeiten herumschlagen, die auf dem deutschsprachigen Markt unüblich sind: Massen-Besichtigungen beispielsweise, bei denen die Realität oft nicht mit den inserierten Bildern übereinstimmt.

Houses for sale and lease are advertised in the window of a real estate agent at Bondi in Sydney, Friday, April 24, 2009
AAP Source: AAP

Den meisten Neuankömmlingen fehlen auch die Papiere, die Vermieter sehen wollen.

Acht von zehn Mieter haben unbefristete Verträge oder solche, die für kürzer als 12 Monate gültig sind.

Auch ausgesetzt sind die meisten Mieter einem oft willkürlichen Anstieg der Mieten. In den meisten Fällen können Mieter mit nur kurzer Vorankündigung vor die Tür gesetzt werden.

Ein Thema auf dem Wohnungsmarkt sind leider auch Diskriminierungen - das berichten Familien mit Kindern, mit Haustieren oder solche, die Sozialleistungen beziehen. Das zeigt eine groß angelegte landesweite Studie von Choice, National Shelter and der Mietervereinigung.

Auch in Sachen Reperaturen und Instandhaltung begeben sich Mieter in ein Abhängigkeitsverhältnis. Eine weitere aktuelle Studie der nationalen Mietervereinigung offenbart hier Misstände: Mieter neigen dazu, Probleme zu verschweigen - aus Angst vor Mietanstieg und Rauswurf. 60 % der Befragten handeln so.

Die am häufigsten genannten Probleme sind übrigens:

Schädlinge gefolgt von Schimmel, nicht funktionsfähige Türen und Fenster, schlechter Verputz und undichte Leitungen.

Mieter haben jedoch Rechte und können im Notfall vor das Tribunal ziehen, was viele aber nicht wissen.

Lease Agreement Form
flickr (Rental Realities) Source: flickr (Rental Realities)

Verbesserung der Rechte für die Mieter?

Mieterschutz spielt in Australien im Gegenzug zum deutschsprachigen Raum, wo der Mieterschutz hochgehalten wird, leider eine untergeordnete Rolle.

Eine Verbesserung des Mieterschutzes ist etwas, das sich der Bundesstaat Victoria zumindest zum Ziel gesetzt hat. Bis zum Februar hat man deshalb Vorschläge der Bevölkerung eingeholt. Verbessern will man die Laufzeiten, die Mieterhöhungen bremsen, Mietauktionen verbieten und das Recht auf Haustiere einführen.


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