Zu den typischen Schweizer Köstlichkeiten wie Fondue oder Schokolade gesellen sich jetzt auch Mehlwürmer. Eine Supermarktkette verkauft seit Neuestem Mehlwurm-Burger und -Fleischbällchen. Wir sprache mit dem Marketingleiter Melchior Füglistaller von der Herstellerfirma Essento in Zürich.
Als Tierfutter oder als Köder für den Hobby-Angler kennt man ihn schon lange: den Mehlwurm. So nennt man ihn im Volksmund, doch eigentlich ist er kein Wurm, sondern eine Larve des Schwarzkäfers, bzw. des Mehlkäfers, der fast überall auf der Welt zu finden ist. Im faulenden Holz auf dem Waldboden, in Vogelnestern oder auch in Bäckereien.


In der Schweiz ist der Mehlwurm nicht nur Tiefutter mehr, sondern auch Menschen können sich jetzt an ihm erlaben, in Form eines Burgers oder Fleischbällchens.

Seit letzter Woche werden diese kulinarischen Köstlichkeiten in den Regalen einiger Filialen der Supermarktkette Coop zum Kauf angeboten. Hergestellt werden sie von Essento in Zürich. SBS sprach mit dem Marketingleiter Melchior Füglistaller über die Herstellung und Vermarktung eines Insektenburgers in der Schweiz.

In vielen asiatischen Ländern waren Insekten schon immer ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung. Mehlwürmer jetzt auch in die Schweizer Küche zu bringen, liegen folgende Überlegungen zugrunde:
- Nebst dem Geschmack von Nüssen weisen Mehlwürmer einen hohen Anteil an Protein aus
- Im Vergleich zur Erzeugung von Fleisch von Säugetieren oder Geflügel darf die Zucht von Mehlwürmern als deutlich weniger klimaschädlich bezeichnet werden, weil dabei weniger Treibhausgase entstehen.
Wie jedoch lässt sich die Massenzucht von Mehlwürmern von einem ethischen Standpunkt aus betrachtet rechtfertigen? Diese Frage stellten wir dem Landwirtschaftsethiker Thomas Gröbly vom Ethik-Labor in Baden.




