Eva erblickte kurz vor dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland im Februar 1938 in Wien das Licht der Welt. "Mit Glück", wie sie heute erzählt, gelang ihren Eltern Karl und Slawa (geborene Horowitz), die Flucht.

Über die Schweiz kam die Familie nach Singapur und eineinhalb Jahre später, am 25. September 1940, nach Australien.
Nach zwei Jahren im Internierungslager Tatura (Vic) ließ sich die Familie schließlich in einem Haus in Malvern East (Melbourne) nieder, in dem Eva Duldig seit 1955 lebt.
"Das Leben meiner Eltern ist eine Inspiration. Man kann durch die schlechten Zeiten kommen. Man kann sie durchleben und sich verändern. Das ist Inspiration für die Zukunft." (Eva de Jong-Duldig)

Vater Karl, ein Bildhauer, und Mutter Slawa, Künstlerin und Erfinderin, setzten ihre Arbeit in Australien fort. Um ihr Einkommen zu sichern, unterrichteten beide an Privatschulen.

Eva Duldig studierte und unterrichtete später in Melbourne. Außerdem stieg sie zu einer bekannten und erfolgreichen Tennisspielerin ihrer Zeit auf, inspiriert durch ihren sportbegeisterten Vater Karl, der noch in Wien als Fußballer und später als Tennisspieler erfolgreich war.
1961 erreichte sie das Viertelfinale beim Traditionsturnier von Wimbledon. Nach der Heirat mit ihrem holländischen Mann Henri de Jong vertrat Eva auch die Niederlande.
Im zweiten Teil des Gesprächs erinnert sich Eva an ihre Tennis-Karriere und erzählt über ihr Leben heute:
Ein Juwel mitten in der Großstadt
Nach dem Tod ihrer Eltern renovierte Eva das Familienhaus und eröffnete es 2002 als Duldig Studio, ein gemeinnütziges Musuem.

Das Duldig Studio zeigt viele Werke, aber auch Möbelstücke, aus der Zeit der Familie in Wien, Singapur und Melbourne. Viele der wertvollen Einzelstücke überlebten den Krieg nur knapp und kamen erst weit nach den Duldigs nach Australien.
Eva de Jong-Duldig veröffentlichte im August 2017 ihre Memoiren "Driftwood - Escape and Survival through Art".
"Driftwood ist ein Buch über unsere Familie. Eines über die Vergangenheit, aber auch eines für die Zukunft." (Eva de Jong-Duldig)


