Der Sammelbegriff Demenz beschreibt chronische Erkrankungen des Gehirns, die mit einem schleichenden Verfall kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten einhergehen. Dabei ist die häufigste Form der Demenz die Alzheimer-Krankheit, die 65 % aller Fälle weltweit ausmacht. Demenz kann als Überbegriff für eine Reihe von Symptomen angesehen werden. Typisch sind Gedächtnisschwäche, Verwirrtheit oder Veränderung der Persönlichkeit. Demenz tritt meist ab dem 60. Lebensjahr auf, wobei Frauen ein signifikant höheres Risiko haben. Von Männern, die ein Alter von 65 Jahren erreichen, erkrankt bei der gegenwärtigen Lebenserwartung fast jeder Dritte, von den Frauen sogar fast jede Zweite. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung wird mit einer Zunahme der Fälle in den nächsten Jahren gerechnet.
Demenzen sind in den meisten Fällen irreversibel und dauern bis zum Tode an. Zuvor finden sich viele Betroffene schwer im Alltag zurecht und sind pflegebedürftig. Neue Untersuchungen ergaben, dass Demenz-Kranke zu den einsamsten Menschen in Australien zählen.

Zusätzliche Bürden für Migranten
Besonders schwierig ist das Leben mit einer Form von Demenz oft für Einwanderer. Die Veränderung der Sprache kann ein großes Problem darstellen. Manche Patienten fallen zurück in ihre Muttersprache und kommen mit der Zweitsprache in dem Land, in dem sie leben, kaum noch zurecht. Viele verstehen zwar nach wie vor Englisch, neigen aber dazu, in ihrer Muttersprache zu antworten oder generell Sprachen zu vermischen. Ohne Verständnis und Unterstützung führt dies in den meisten Fällen zur Isolation.
Ein weiteres Problem ist, dass Angehörige verschiedener Gemeinden in Australien oft nur schwer Zugang zu entsprechnenden Pfelegeinrichtungen erhalten. Laut einem Bericht von Alzheimer´s Australia bevorzugen es Demenz-Patienten in ihren Muttersprachen behandelt zu werden. Auch schriftliche Informationen in englischer Sprache seien für die meisten Betroffenen zu komplex. Aus diesem Grund herrscht in Australien ein enormer Bedarf nach Pflegern mit Fremdsprachenkenntnissen.
Hoffen auf die Medizin
Forscher aus der Schweiz sollen kurz davor stehen, ein Medikament gegen Alzheimer zu finden. Die Ergebnisse einer neuen Studie ergaben, dass das Proteien im Gehirn, das zu Alzheimer führt, möglicherweise bekämpft werden kann. Nimmt der Patient das Medikament für ein Jahr, verschwindet das Protein. Bei Schäden im Gehirn, die bereits eingetreten sind, kann das Medikament allerdings nichts ausrichten. Es kann nur verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Doch die Ergebnisse dieser Studie müssen in weiteren Studien überprüft werden, bevor ein Medikament auf den Markt kommt.
Alzheimer’s Australia bietet Informationen für Betroffene in 43 Fremdsprachen auf folgender Website
Über die nationale Demenz-Helpline werden Beratungen angeboten: 1800 100 500
Außerdem werden Übersetzer über die Helpline zur Verfügung gestellt: 131 450
Am heutigen 1. September ist der Startschuss zum sogenannten Dementia Awareness Month.



