Verschlungene Wege zum ESC-Sieg

Der rumänische Rapper Alex Floera.

Der rumänische Rapper Alex Floera. Source: eurovision.tiv

Manche europäische Länder gehen verschlungene Wege, um am weltgrössten Song-Wettbewerb mitzumachen. Wer schreibt was für ein Lied für wen? Und wer wird es in welcher Sprache singen? Zwei Beispiele: Die Schweiz und Rumänien.


Wie kommt ausgerechnet Rumänien, das in seiner musikalischen Tradition mit Jodeln überhaupt nichts am Hut hat, zu dem Jodel-Rap „Yodel it“? Es ist ein Song, den man entweder von der Schweiz oder von Österreich erwartet hätte. Auf keinen Fall aus Rumänien.

 

 Ist die heutige „Eurovision Song Contest-Welt“ schon so derart globalisiert, dass man schonungslos Kulturelemente aus anderen Ländern nimmt und daraus einen Song zusammenbaut, der Europa gefallen soll?
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Sieht so aus. Denn wenn man genauer hinsieht, fragt man sich, wer was für einen Song für welches Land komponiert und wer es in welcher Sprache singen wird.

Ein Fallbeispiel: Die Schweiz und Rumänien

Den Song „Yodel it“ haben zwei rumänische Songwriter geschrieben, mit dem Hintergedanken, dass ihn die rumänische Sängerin und Jodlerin „Ilinica“ in der Schweizer Band „Timebelle“ singen wird. Dazu kam es aber nicht. Man entschied sich stattdessen, Ilinica mit dem rumänischen Gesangspartner Alex Floera zu verknüpfen, um in Kiew für Rumänien aufzutreten.
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(Alex Floera und Ilinica)

Die Schweizer Band Timebelle hingegen wurde mit der Rumänien Miruna Manescu bestückt. Wie kam es dazu? Einer der rumänischen Songwriter, Mihai Alexandru, ist der Produzent von Timebelle.

Die verschlungenen Wege gehen noch weiter

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(Die Schweizer Band Timebelle)

Timebelle vertritt in Kiew die Schweiz mit dem Song „Apollo“. Geschrieben haben den Song das Schweizer Geschwister-Paar Alessandra  und Nicolas Günthard vor etwa drei Jahren. 2015 boten sie den Song Aserbaidschan an. Die Verantwortlichen in Aserbaidschan konnten aber keinen geeigneten Interpreten finden und lehnten das Angebot wieder ab.

 

Das Schweizer Fernsehen wurde letztes Jahr auf Alessandra Günthard aufmerksam, die soeben einen wichtigen Musikpreis in Schweden gewonnen hatte, und luden sie ein, die Schweiz am Eurovision Song Contest in Kiew zu vertreten. Alessandra lehnte ab und schickte stattdessen dem Schweizer TV-Sender eine Handvoll ihrer Lieder zu. Durch Zufall stiess die Band Timebelle auf ihren Song „Apollo“ und bewarb sich mit Erfolg für eine Teilnahme.

 

Was Aserbaidschan nicht gut genug war, scheint nun perfekt für die Schweiz zu sein – also wenig Chancen auf einen Erfolg. Rumänien hingegen reist mit einem Geheimfavoriten nach Kiew. In dieser verschlungenen Kompositions-Interpretations-Struktur beider Länder dürfte man jedoch jeden möglichen Punkt an Rumänien auch als einen Punkt für die Schweiz betrachten.


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