Deutschlands Ernährungsminister Christian Schmidt will Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel in Zukunft verbieten.
Kein Schnitzel und keine Currywurst für Veganer! Das fordert in Deutschland Ernährungsminister Christian Schmidt. Er will Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel in Zukunft verbieten. Begriffe wie "vegetarisches Schnitzel" oder "vegane Currywurst" seien komplett irreführend und verunsichern den Verbraucher, sagte Schmidt der Bild Zeitung.
Niemand dürfe bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre, sagte Schmidt weiter. Hersteller sollten eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte finden. Auch die CDU im wichtigen Agrarland Niedersachsen fordert, dass Fleischersatzprodukte nicht mehr als Wurst, Schnitzel oder Frikadelle verkauft werden sollen.

Alternativen für Fleisch gibt es in Deutschland schon seit Jahrzehnten
Fleischalternativen sind in Deutschland ein grosses Geschäft. Der Umsatz stieg 2015 um über 30 Prozent auf mehr als 310 Millionen Euro. Sie sind eigentlich nichts Neues. Denn schon 1919 wurde einem Deutschen ein Patent für Sojawurst erteilt. Der Erfinder war - der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Egal ob aus Soja oder Fleisch, die Wurst und Deutschland könnte man eigentlich als eine unzertrennliche Einheit bezeichnen.
Welche Bedeutung hat die Fleischwurst in Deutschland?
Auch in Deutschalnd wird viel gegrillt - wenn nicht ganz so viel wie in Australien. Natürlich auch weil das Wetter nicht allzu oft im Jahr dazu einlädt, sonst würden die Deutschen vielleicht noch mehr Fleisch und Wurst essen, als sie es eh tun.

Männer essen mehr als 1 kg pro Woche!
Frauen sind bescheidener. Sie begnügen sich im Durchschnitt mit etwa 600 Gramm Fleisch pro Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 300 bis 600 Gramm Fleisch- und Wurstwaren pro Woche zu essen. Damit liegen die Männer also deutlich darüber. Die Frauen bewegen sich am oberen Limit der Empfehlung.

Frauen bevorzugen Würste
Wenn gegrillt wird, ist zu beobachten, dass Frauen häufiger Wurst grillen, Männer dagegen Steaks in allen Variationen. Da der Trend Richtung Vegetarier geht - und das sind meist Frauen - geht auch der Trend beim Grillen zu Veggie-Würsten. Aber tatsächlich fast nur bei Frauen!
Die Currywurst ist Deutschlands liebster Fast-Food-Snack
In Berlin auf jeden Fall - das soll ja Deutschlands Currywurst-Hauptstadt sein. Dort werden Currywürste in Delikatessen-Läden sogar als "Hauptstadt-Pralinen" verkauft. Aber die Currywurst im Ruhrgebiet soll auch nicht schlecht sein, sonst hätte Herbert Grönemeyer bestimmt keinen Song dazu geschrieben.
Die Currywurst soll gesund sein
Zumindest wurde das in Deutschland zuletzt häufiger in den Medien thematisiert. Allerdings geht es da eher um die so gesunde Gewürzmischung Curry.
Ein unbeschriebenes Blatt ist die Currywurst in Australien, obwohl Curry ein fester Bestandteil der neuen australischen Küche ist. Entdeckt hat die deutsche Köstlichkeit hier offensichtlich noch niemand. Allerdings ist der deutsche Film "Die Entdeckung der Currywurst" manchen Australiern ein Begriff. Der Film lief erfolgreich vor Jahren am German Filmfestival. In der Novelle von Uwe Timm geht es nicht um die Currywurst an und für sich, sondern um die letzten Kriegstage einer Imbissbuden-Besitzerin. Um zu überleben, erfindet sie nebenbei die Currywurst.




