In den frühen 1990er Jahren kommandierte er eine brutale serbische Miliz, die sich die ethnische Säuberung vieler kroatischer Gebiete auf die Fahnen geschrieben hatte. In seiner Wahlheimat Perth spielte er auch Jahre nach den Verbrechen weiterhin ungehindert Golf.
Nach rund 25 Jahren hat ein Gericht in Kroatien nun den serbisch-australischen Staatsbürger Dragan Vasiljkovic für schuldig befunden. Mit seiner Einheit soll er für die Folter von gegnerischen Soldaten sowie Zivilisten verantwortlich gewesen sein. Mehr als 60 Augenzeugen berichteten von den Gräueltaten und den Verbrechen, für die 'Captain Dragan' verantwortlich gewesen sein soll.

In seinem Urteil machte der Richter auch klar, dass Dragan, der in Australien unter dem Namen Daniel Snedden lebte, auch direkt für den Tod von zwei Zivilisten verantwortlich sei.
Eines seiner Opfer war der deutsche Journalist Egon Scotland (Bild unten), der für die Süddeutsche Zeitung aus den Krisengebieten berichtete. Am 26. Juli 1991 hatte er sich in einem deutlich mit "Presse" markierten Wagen in die Richtung des kroatischen Dorfes Jukinac begeben, um nach einer Kollegin Ausschau zu halten. Dann plötzlich traf ihn die Kugel eines Scharfschützen, kurz darauf verstarb er in einem Krankenhaus.
Captain Dragan ist für den Tod von SZ Journalist Egon Scotland verantwortlichImage
Dragon Vasiljkovic alias Daniel Snedden alias Captain Dragan ist mit dem Urteilsspruch vom 26.9.2017 der erste australische Kriegsverbrecher.
Für mehr als ein Jahrzehnt hatte er sich hinter seinem australischen Pass versteckt und eine Auslieferung bis zur letzten Instanz bekämpft. Auch vor Gericht widersprach er der Legitimität des Gerichts mit deutlichen Worten.
Bereits 2005 flog Dragan's Cover in seiner westaustralischen Heimat durch eine journalistische Recherche auf. Nun 12 Jahre später wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt. Da ihm die Zeit in australischem Gewahrsam angerechnet wird, könnte er bereits in wenigen Jahren wieder auf freiem Fuß sein.
Bis zu seiner Festnahme hatte der heute 62 Jährige unbehelligt in seiner Wahlheimat Perth gelebt, wo er als Golflehrer seinen Unterhalt verdiente. Zu seinen Verbrechen hatte er sich nie bekannt. Sein Anwalt kündigte bereits an, das Urteil anzufechten.
