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Wolfgang Müller feiert sein 35-jähriges Berufsjubiläum bei SBS

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Wolfgang Müller (2. v.l.) mit dem deutschsprachigen Team 1988 beim Vorgängersender 3EA in Melbourne. Credit: SBS

Ein besonderes Jubiläum bei SBS German: Der Journalist Wolfgang Müller ist offiziell seit 35 Jahre im Dienst von SBS. Anlass genug, um auf eine lange Karriere im Radio zurückzublicken. Im Gespräch erinnert sich der Radiomacher an seine Anfänge in der Redaktion, an prägende Geschichten sowie an die Veränderungen innerhalb der deutschsprachigen Community in Australien. Gleichzeitig teilt er, was ihn auch nach all den Jahren noch immer an der Arbeit im Radio begeistert.


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Wolfgang Mueller: ist immer noch gerne beim Radio

Für mehr Geschichten, Interviews und Nachrichten von SBS German, entdecken Sie hier unsere Podcast-Sammlung.

Benjamin Kanthak: Damit nochmal herzlich willkommen zur heutigen

Sendung, liebe Hörerinnen und Hörer. Kommen wir

jetzt zu einem aktuellen Thema. Und das heutige

aktuelle Thema ist ein freudiger Anlass, der

gefeiert werden darf. Denn mein hochgeschätzter

Kollege Wolfgang Müller, der wurde für offiziell

35 Jahre im Dienst. Hier bei SBS von ganz oben

wurde ihm gratuliert und wir sind sehr, sehr

stolz, so einen verdienten Journalisten bei uns im

Team zu haben. Mein Glückwunsch.

Wolfgang Müller: Wolfgang Danke Benjamin. Es ist schön ein Jubilar

zu sein.

Benjamin Kanthak: Ja, du musst mir Bitte mal erklären, 35 Jahre, das

kommt ja nicht ganz hin, oder?

Wolfgang Müller: Nein, es sind komprimiert 35 Jahre, aber insgesamt

gesehen bin ich bei SBS schon seit, ich würde

sagen 40 Jahre. Vielleicht waren es auch schon 41

Jahre, aber ich war nicht immer dabei und es hat

Pausen gegeben. Aber insgesamt gesehen, wenn man

sie alle zusammenzählt, sind es wohl 35 Jahre. Ich

selbst habe das nie gezählt und war auch sehr

überrascht, als ich plötzlich die Mitteilung

bekam, dass ich 35 Jahre

Benjamin Kanthak: auf dem Konto habe und zwar von ganz oben.

Großartig. Wolfgang, erinnerst du dich noch an

deinen ersten Arbeitstag bei SBS German? Also wie

war die Atmosphäre damals auch im Sender

allgemein?

Wolfgang Müller: Vielleicht nicht den allerersten Arbeitstag mehr,

aber ich erinnere mich, ich habe noch ein Runsheet

für ein Programm, das ganz am Anfang stand.

Vielleicht war es sogar das erste, Denn meine

ersten Besuche waren natürlich mehr so

hereinschnuppern und sehen, wie das Ganze denn

geht, Denn ich verstand ja vom Radio überhaupt

nichts, außer dass man es an abschalten kann. Aber

wie man es macht, war mir auch fremd. Ich war ja

damals nach Australien gekommen eigentlich als

Lehrer und machte das auch mit großem Vergnügen in

Viktoria und wurde dann zufällig bei einem Meeting

traf ich den damaligen Executive Producer, also

der Mann, der in deiner Position war. Das war ein

sehr geschätzter Kollege, Walter Schäuble hieß

der. Der hatte sich auch große Verdienste erworben

und war schon damals jemand, ein Deutscher, der

schöne diesen Obi hatte diese australische

Auszeichnung, den damals nicht viele Deutsche

bekamen, aber er hatte schon einen. Und der fragte

mich dann, ob das mal versuchen wollte mit dem

Deutschprogramm. Er wäre nämlich nur richtig

überlastet. Und dann bin ich also ein paar Mal

reingekommen, hab mir das angehört und hab mir Das

könnte ich auch. Dann habe ich das eben so wie das

hier in Australien üblich ist Training by doing.

Benjamin Kanthak: Give it a crack, Mike.

Wolfgang Müller: Genau, genau so ist es auch. Und das hat dann auch

gut geklappt. Und im Prinzip sind die Sendungen,

sagen wir im Skelett heute noch so, wie sie damals

waren. Natürlich sind sie heute viel moderner und

wir haben eine viel modernere Technik. Wir haben

Technik, damals war das noch Schallplatten und

alles wurde mit der Hand notiert. Und damals

allerdings haben wir alle Sendungen mit einem

Producer gemacht. Also das war auch sehr angenehm,

denn da passte immer jemand auf, dass man da nicht

irgendwie am Mikrofon einschläft oder es gar nicht

anhat oder solche Sachen. Das kommt schon mal vor.

Benjamin Kanthak: Ja, das hat sehr, sehr gut geklappt. Als

Quereinsteiger, wirklich unglaublich verdienter

Journalist, der du heute bist. Was war ganz anders

als heute, hast du schon gesagt, Schallplatten.

Aber wie sah so der redaktionelle Alltag aus

damals?

Wolfgang Müller: Du warst völlig auf dich alleine gestellt. Die

Nachrichten zum Beispiel, es gab ja, wir sprechen

hier von den frühen er Jahren, da war es sehr,

sehr schwer Nachrichten aus Europa zu bekommen,

aber es gab per Kurzwelle die Deutsche Welle

Nachrichten und die sind bisweilen richtig klar zu

empfangen. Das hängt immer an den Sonneneruptionen

ab. Und dann haben wir die aufgenommen und haben

die dann praktisch wieder abgespielt, was damals

sensationell war. Ja, und das waren also top neue

Nachrichten auf Deutsch. Und ich weiß, dass also

zum Beispiel Holländer, die Deutsch sprachen oder

auch Polen, die dort sprachen, diese Nachrichten

sehr gerne gehört haben, denn das waren so richtig

mitteleuropäische Nachrichten.

Benjamin Kanthak: Ja, und damals war ja wirklich auch, muss man

festhalten, Australien, da war man wirklich weg.

Also am ganz anderen Ende der Welt, die Heimat

oder das Herkunftsland war wirklich weit, weit

weg. Welche Themen waren denn damals für die

deutschsprachige Community in Australien besonders

wichtig, wo es das beste Brot gibt oder so? Ich

weiß nicht.

Wolfgang Müller: Ja, das war auch so. Wir sollten also damals ein

Programm machen, das wirklich die Leistungen der

Community zeigt, das Leben Communities zeigt. Und

das fand ich immer einen sehr guten Gedanken, denn

dieser Versuch, neue Einwanderer zu integrieren,

in Deutschland wird das immer so gemacht, dass man

den Leuten erklärt, was Deutschland ist, aber

deren Eigenkultur nimmt man überhaupt nicht ernst,

bemerkt sie gar nicht. Und das war eben anders bei

SBS, oder das hieß ja damals noch nicht SBS, das

war ja noch Ethnic Australia in Two EA in Sydney

und 3 EA in Melbourne. Da wurde eben diese

Sendung, da wurde die Kultur dieser ernst

genommen. Und wenn du da schon mal die Leute ernst

nimmst, dann ist der Wille sich zu integrieren,

ist dann auch da. Ich habe immer den Eindruck, in

Deutschland spricht er immer zu den Warum wollt

ihr nicht Deutsche werden? Schaut euch unsere

Kultur an. Aber die Eigenkultur nehmen wir gar

nicht wahr.

Benjamin Kanthak: Das ist wirklich was ganz, ganz Besonderes, was ja

heute hier noch ganz groß zelebriert wird und auch

zu Recht. Und das macht die Australien auch zu

einem so weltoffenen Land wirklich und einem so

bunten und wirklich tollen Land. Viele Highlights

gab es ja wahrscheinlich in deiner langen

Karriere. Ist dir irgendwas im Kopf hängen

geblieben, vielleicht auch eine Panne oder eine

überraschende Wende?

Wolfgang Müller: Es gab natürlich interessante Besucher und dann

hatte jemand schon mal Gelegenheit mit auch

interessanten Leuten zu sprechen. Ja, Pan hat mir

natürlich manche Die Technik auch damals war nicht

so ausgereift. Also es kam schon mal so vor, dass

man also eine ganze Sendung mühsam am Mikrofon

machte, nur dann hinterher mitgeteilt zu bekommen,

dass zwei Minuten nachdem du angefangen hast, es

keinen Kontakt mehr mit den total für die Katz

gewesen. Solche Sachen kommen vor, die kommen

auch, die sind doch noch.

Benjamin Kanthak: Ich wollte gerade sagen, Tannen können immer

passieren, aber das ist natürlich groß. Aber ich

glaube, das war wahrscheinlich sensationelle

Sendung, die niemals einer hören wird oder konnte.

Wolfgang Müller: Echte Verlust.

Benjamin Kanthak: Du bist ja immer noch wirklich mit Feuer und

Flamme und voller Eifer dabei, wofür wir dir sehr

dankbar sind und ich dir natürlich auch sehr, sehr

dankbar bin. Was macht dir an der Arbeit im Radio

oder jetzt Radio Podcasting, Audio on Demand, wie

man es auch nennen möchte, auch heute noch

besonders Spaß?

Wolfgang Müller: Es war das Konzept, was mir immer gefallen hat und

was mich auch hier, ich würde sagen, in Australien

gehalten hat. Ich fand das eben unheimlich gut,

dass wir diesen Multikulturalismus hatten und dass

eben die Einheimischen und die Neuanwanderer sich

miteinander sozusagen in unserem Programm

getroffen haben. Und das fand ich immer aufregend

und finde es heute auch noch aufregend, dass man

eben auch interessante Leute aus der

deutschsprachigen Gemeinde vorstellen kann, einem

anderen Publikum. Das ist so das, was mich

interessierte und was ich auch heute noch gerne

mache. Da hat sich überhaupt nichts in der

Interessenlage verändert. Und natürlich, ich habe

immer schon News und Affairs gerne gemocht und

hier sind wir richtig an der Schnittstelle. Also

wir können unseren Hörern erzählen, was

Benjamin Kanthak: News ist und es hat sich auch nicht geändert, dass

Leute aus Deutschland oder Österreich oder der

Schweiz hierher kommen, einfach was Tolles

probieren und manchmal klappt es, manchmal nicht.

Aber auch tolle Ideen, mit denen einige Leute hier

ankommen, sich dann irgendwie hier verwirklichen,

das hat sich auch nicht geändert.

Wolfgang Müller: Das ist auch so eine befreiende Sache, in ein

neues Land zu kommen, sich selbst neu aufzubauen,

alte Hemmnisse abzulegen und sowas. Das ist diese

Faszination, das fühle ich heute noch in dieser

Richtung.

Benjamin Kanthak: Das merkt man dir auch heute in der täglichen

Arbeit im Austausch mit dir an. Und das merken

auch die Hörerinnen und Hörer da draußen, das

wissen wir. Abschließende Frage, Wolfgang, Wenn du

deine 35 Jahre, 35, 40 Jahre, nehmen wir mal die

35, 35 Jahre offiziell bei SBS in drei Worten

zusammenfassen müsstest, welche drei Worte wären

das?

Wolfgang Müller: Also ich muss sagen, es war super interessant und

ist super interessant.

Benjamin Kanthak: Ich danke dir vielmals, hab noch einen schönen

restlichen Arbeitstag.

Wolfgang Müller: Danke dir.

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