
Am 2. Oktober 2020 wurden Frauen in zehn Flugzeugen auf dem Rollfeld des Flughafens Doha zunächst festgesetzt und von katarischen Sicherheitskräften mit vorgehaltener Waffe und ohne der Angabe von Gründen aus den Flugzeugen gezwungen, darunter auch die fünf Australierinnen, die auf dem Weg nach Sydney waren. Die Frauen wurden in Krankenwagen, die auf dem Rollfeld geparkt waren, gebracht, sollten ihre Unterwäsche ausziehen und mussten sich einer invasiven gynäkologischen Zwangsuntersuchung unterziehen.
Hintergrund des Einsatzes soll der Fund eines neugeborenen Kindes in einer Plastiktüte in der Wartehalle des Flughafens gewesen sein. Um die Mutter ausfindig zu machen, seien die umfangreichen Untersuchungen angeordnet worden. An Bord der Qatar Airlines Flugs nach Sydney befand sich auch der Anwalt Dr. Wolfgang Babeck, der diesem Programm damals von dem Vorfall berichtete.
Nun hat es Jahre gedauert, bis die australischen Klägerinnen endlich das Recht zugesprochen bekamen, Qatar Airways zu verklagen, wobei zu bemerken ist, dass das auch erst möglich war, nachdem ein anderes Gericht eine frühere Entscheidung aufgehoben hat, die den Fall abgewiesen hatte. Und man muss anerkennen, dass das Urteil des australischen Federal Court auch nur ein Teilsieg für die Frauen ist, denn zwar kann die Fluglinie belangt werden, nicht aber der Staat Katar, der sich hinter seiner Souveränität verschanzt. Dr. Wolfgang Babeck sagt, die Frauen haben noch einen langen juristischen Weg vor sich.
Disclaimer: Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die in diesem Beitrag geäußerten Meinungen die persönlichen Ansichten der interviewten Person/des Gesprächspartners darstellen.
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