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Lukas Müller: "Wenn der Kopf intakt ist, braucht es nicht alle Körperfunktionen, um ein normales Leben zu führen"

Lukas Müller 2017 bei SBS in Melbourne und auf Fraser Island sowie beim Skifliegen 2013 in Vikersund

Lukas Müller 2017 bei SBS in Melbourne und auf Fraser Island sowie beim Skifliegen 2013 in Vikersund Source: SBS/Bendiksby, Terje/AFP/Getty Images/Instagram

Fast zwei Jahre nach seinem verhängnisvollen Sturz, der einen inkompletten Querschnitt hinterließ, erfüllt sich der ehemalige österreichische Skispringer Lukas Müller einen lang gehegten Traum und besucht seinen Bruder in Australien.


FIS Ski Jumping World Cup - Oberstdorf Day 2
Lukas Müller im Dezember 2009 während der Vierschanzen-Tournee in Oberstdorf (Alex Domanski/NordicFocus/Getty Images) Source: Getty Images Europe

Am 13. Januar 2016 änderte sich die Welt des jungen Sportlers dramatisch, als er sich bei einem Sturz im Vorfeld der Skiflug-Weltmeisterschaft am österreichischen Kulm eine schwere Wirbelsäulenverletzung zuzieht.

Dabei erleidet der Skisprung-Junioren-Weltmeister einen inkompletten Querschnitt.

Mit harter Arbeit kämpft sich der heute 25-Jährige zurück ins Leben und erfüllt sich nicht mal zwei Jahre nach seinem Unfall einen großen Traum: Seinen in Melbourne lebenden Bruder zu besuchen.

Lukas Müller bereiste die australische Ostküste und schwärmt beim Besuch im SBS-Studio in Melbourne von der Schönheit des Kontinents, aber auch der Hilfsbereitschaft seiner Einwohner.

"In Australien wissen die Leute, wann Rollstuhlfahrer die meiste Hilfe benötigen. Mich hat sehr erstaunt, dass die Barrierefreiheit hier sehr groß geschrieben wird."

Nach wie vor muss Lukas Müller viel Physiotherapie absolvieren, um einige Körperfunktionen wieder erlangen zu können.

Nebenbei hält er Vorträge, in denen er anderen von seinem Leidensweg berichet. "Nicht so oft, weil es relativ anstrengend ist. Doch die Reaktionen tun auch mir gut. Mir ist es wichtig zu zeigen, was trotz eines großen Einschnitts im Leben alles möglich ist."

Außerdem hat er im letzten Jahr eine Ausbildung zum Vermögensberater abgeschlossen.

Rückkehr an den Kulm

Im Januar wird Lukas an den Ort seines Unfalls zurückkehren. "Ich bin seit damals nicht zurückgekehrt und ich habe noch von keiner Schanze runtergeschaut. Beides will ich dort machen. Wenn ich das hinter mir habe, kann mich nichts mehr erschüttern. Ich bin zwar nie in ein Loch gefallen, aber man kann das nie auschließen."


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