Between miracle food and health risk: The story of instant noodles

Inside Hanaro Mart Supermarket As South Korea Sees Biggest Job Losses Since 1999

A sales representative sorts packages of ramen noodles at a Hanaro Mart supermarket run by the National Agricultural Cooperative Federation (Nonghyup), in the Seocho district of Seoul, South Korea, on Thursday, May 14, 2020. Source: Bloomberg / SeongJoon Cho/Bloomberg via Getty Images

Instant noodles are cheap, fast and a part of everyday life for many people. But what happens when a quick meal becomes a habit? The story of “magic ramen” is between entrepreneurial dream and health issues: too much salt, too few nutrients — and the question of how to make the popular noodles healthier with simple tricks.


For more stories, interviews, and news from SBS German, explore our podcast collection here.

Benjamin Kanthak: Billig, schnell vertraut. Instant Nudeln sind für

viele von uns ein fester Bestandteil des Alltags,

gerade nach langen Arbeitstagen oder wenn mal das

Geld knapp ist. Aber taugen sie wirklich als

Dauerlösung oder ist das neue Jahr vielleicht ein

guter Anlass, die eigene Nudelroutine einmal ein

bisschen zu überdenken? Darüber spreche ich jetzt

mit unserer Kollegin Barbara Barkhausen, die sich

mit der Geschichte, der Bedeutung und wichtig den

gesundheitlichen Folgen von Instant Nudeln

beschäftigt hat. Und sie ist jetzt bei mir.

Barbara, schön dich zu sehen.

Barbara Barkhausen: Ja, hallo Benjamin.

Benjamin Kanthak: Hand aufs Herz. Instant Nudeln, das klingt ja nach

Studentenzeit, Zeitmangel oder leerem Kühlschrank.

Warum spielen sie heute noch so eine große Rolle?

Barbara Barkhausen: Ja, ich glaube, weil sie genau das bedienen, was

halt viele Menschen im Alltag brauchen. Sie sind

billig, sie sind schnell zubereitet, sie sind

überall verfügbar und gerade in Zeiten steigender

Lebensmittelpreise, da greifen viele ganz

selbstverständlich, glaube ich mal zu diesem

bunten Päckchen nach einem langen Arbeitstag, wenn

das Budget eben knapp ist, wie du schon gesagt

hast, oder auch wenn man mal in der Küche ist mit

wenig Ausstattung irgendwo beim Arbeitstrip. Und

für viele sind Instant Nudeln halt auch schon

keine Ausnahme mehr, sondern es ist wirklich so

ein Teil der Alltagsroutine.

Benjamin Kanthak: Geworden, auch an Schulen, da kann man sich

schnell warm machen und so. Definitiv. Und sehen

ja auch bunt und schick aus, fuck hier aus. Und

genau da setzt ja aber dein Thema an. Was passiert

eigentlich, wenn aus dieser gelegentlichen

Mahlzeit eine Routine oder Gewohnheit wird?

Barbara Barkhausen: Ja, ganz genau. Die zentrale Frage ist nä sind

solche Instant-Nudeln eine pragmatische Lösung.

Für zwischendurch oder werden die eben dann zur

täglichen Hauptmahlzeit? Und wenn ja, was bedeutet

das dann eben für die Gesundheit? Gerade zum

Jahresbeginn ist es für viele, denke ich, ein

Moment mal so Gewohnheiten zu hinterfragen, ohne

halt gleich alles umzukrempeln.

Benjamin Kanthak: Vielleicht, bevor wir zu den gesundheitlichen

Aspekten kommen, erstmal Instant Nudeln, die haben

ja eine ziemlich spannende Geschichte, glaube ich.

Barbara Barkhausen: Ja, absolut. Ihr Siegeszug, ich habe das mal

recherchiert, der beginnt in Japan in der

Nachkriegszeit und da war das Land geprägt eben

von Hunger, von Mangel, von langen Schlangen bei

den Nudelnausgaben. Und in dieser Situation hat

dann ein taiwanesischstämmiger Unternehmer namens

Momofuku and so eine klare Mission irgendwie

entwickelt und gibt so ein berühmtes Zitat von

Frieden wird in die Welt kommen, wenn alle

Menschen genug zu essen haben.

Benjamin Kanthak: Ja, klingt erstmal logisch und Einläuf und auch

sehr, sehr philosophisch.

Barbara Barkhausen: Ja, und gleichzeitig sehr praktisch, klar. Und der

Ando, der experimentierte so einen Schuppen hinter

seinem Haus mit einer alten Nudelmaschine und

einem Wok. Und dann kam aber die entscheidende

Idee, so beschreibt es der Historiker Garret van

Dyck, der seine Frau beim Frittieren von Tempura

beobachtet hat. Das heiße Öl zog den Nudeln eben

das Wasser und hat sie konserviert und machte sie

dann später blitzschnell wieder essbar.

Benjamin Kanthak: Und damit waren die Instant Nudeln dann geboren.

Barbara Barkhausen: Ja, ja, genau.

Benjamin Kanthak: Wahnsinn.

Barbara Barkhausen: Also am 25. August 1958 hat der Andu dann sein

erstes Produkt auf den Markt gebracht, die Instant

Cook Chicken Ramen. Und in Japan wurden die dann

als magische Rahmen gefeiert. Und allerdings waren

sie anfangs eher noch ein Luxusprodukt. Also da

haben sie sechsmal so viel wie gewöhnliche

Ramennudeln gekostet, aber dann ist der Pre auch

schnell verfallen danach.

Benjamin Kanthak: Und dann kam wahrscheinlich auch der Becher

Irgendwann.

Barbara Barkhausen: Richtig. Genau. 1971 folgte dann seine zweite

große Erfindung, Rahmen im Becher, die man nur

noch mit heißem Wasser aufgießen musste. Und das

machte die Nudeln dann endgültig global. Und Ende

des 20. Jahrhunderts wählten die Japaner dann

Instant-Nudeln sogar zur bedeutendsten. Erfindung

ihres Jahrhunderts.

Benjamin Kanthak: Wow. Kann man aber auch gut nachvollziehen. Wobei

bei diesem Becher, der eigentlich auch so ein

Instant Nudeln, Plastik, heißes Wasser, oh mein

Gott, was man da heute alles so weiß, was man da

vielleicht nicht wusste. Aber seitdem haben sie ja

wirklich einen ziemlich erstaunlichen Weg

genommen, diese Instant Nudeln.

Barbara Barkhausen: Absolut. Also in US Gefängnissen beispielsweise,

da dienen sie ja oft sogar als Ersatz. Wie auch

immer. 2005 sind sie mit dem Astronauten Soichi

Noguchi ins All geflogen und in Thailand, habe ich

herausgefunden, gab es zeitweise sogar so einen

eigenen Nudelindex, der die wirtschaftliche

Stimmung im Land gemessen hat. Also das zeigt, wie

tief eigentlich diese Nudeln kulturell verankert

sind.

Benjamin Kanthak: Ja, das erklärt aber vielleicht ja auch, warum

viele Menschen eine emotionale, enge Beziehung

oder Bindung an diese Instant Nudeln haben.

Barbara Barkhausen: Also für internationale Studierende, für

Migranten, für Menschen auf Reisen, sind halt

Instant Nudeln oft mehr so ein schneller Snack,

eine Portion Migoreng oder eine Schüssel Shinram.

Es kann auch ein Stück Heimat sein für die

vertrauter Geschmack, Erinnerungen, ein Gefühl von

Zugehörigkeit.

Benjamin Kanthak: Aber diese emotionale Seite, die hat bestimmt ja

vermutlich auch eine Kehrseite.

Barbara Barkhausen: Ja, natürlich. Es kann darüber hinwegtäuschen,

dass Instant Nudeln ernährungsphysiologisch ganz

klar einige Probleme mit sich bringen. Also es

gibt eine australische Professorin, die Lauren

Bohl von der University of Queensland, die hat das

zusammen mit Emily Birch und Pearl Wong mal ganz

genau untersucht und kam zu dem Ergebnis, eine

typische Portion Instinkt Nudeln, die enthält

zwischen 600 und 1500 Milligramm Natrium, also

nicht so gesund Zum Die

Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 2000

Milligramm pro Tag, die hat man dann schon fast

abgedeckt.

Benjamin Kanthak: Wahnsinn.

Barbara Barkhausen: Und die Lauren Bowl, die warnt deshalb

ausdrücklich, dass eine dauerhaft hohe

Natriumaufnahme Herz und Nieren belasten kann.

Benjamin Kanthak: Das wissen wir ja auch von anderen Lebensmitteln.

Und Salz ist aber ja nicht das einzige Problem,

vermute ich.

Barbara Barkhausen: Nein, Instant Nudeln, die bestehen aus

raffiniertem Weizen und enthalten halt kaum

Ballaststoffe. Und die sind aber natürlich

entscheidend für eine gesunde Verdauung, ein

stabiles Sättigungsgefühl und ob Proteine,

Vitamine, Mineralstoffe, das ist ebenfalls alles

nur in geringen Mengen vorhanden. Also das

Ergebnis ist halt, wenn man die isst, ist eine

Sättigung, die im Endeffekt nicht lange anhält.

Benjamin Kanthak: Ja gut, das ist jetzt auch nicht überraschend,

aber es ist natürlich trotzdem wirklich Fakten gut

Fakten zu haben. Das heißt aber mit dieser

Sättigung, die nicht lange anhält, man ist also

schnell wieder hungrig.

Barbara Barkhausen: Genau. Und das kann natürlich dazu führen, dass

man insgesamt mehr isst oder häufiger zu Snacks

greift. Und eine südkoreanische Studie, die zeigt

zum Beispiel, dass Menschen, die mehr als zweimal

pro Woche Instant Nudeln essen, dann auch ein

erhöhtes Risiko für das sogenannte metabolische

Syndrom haben. Vor allem Frauen sind da wohl

anfällig für. Und das ist eine Kombination von

Risikofaktoren, die erhöht dann die

Wahrscheinlichkeit für Diabetes und

Herzkrankheiten.

Benjamin Kanthak: Oha, OK. Also diese ballaststoffarme Ernährung,

die steht ja auch schon länger in der Kritik.

Barbara Barkhausen: Ja, allerdings. Die wird seit Jahren mit

Verdauungsproblemen, mit Verstopfung, mit Typ 2

Diabetes, teilweise sogar mit Darmkrebs in

Verbindung gebracht. Das heißt jetzt nicht, dass

Instant Nudeln allein diese Krankheiten

verursachen, aber sie passen halt schlecht in eine

ausgewogene Ernährung, sobald sie zur täglichen

Hauptmahlzeit werden.

Benjamin Kanthak: Alles in Maßen. Wie so oft schon deine Mama

gesagt. Muss man also komplett auf Instant Nudeln

verzichten oder nicht?

Barbara Barkhausen: Nein, nein, nein, das muss man nicht. Und das

betonen auch die Forscherinnen ganz klar. Die

plädieren eben auch für dieses berühmte Augenmaß.

Instant Nudeln. Die können schon Teil von der

gesunden Ernährung sein, nur eben nicht jeden Tag

als Hauptgericht.

Benjamin Kanthak: Verstehe.

Barbara Barkhausen: Die vergleichen das jetzt mit dem Vergleichen

quasi den Körper mit einem Auto. Instant Nudeln

liefern zwar Energie, aber eben nicht genug, um

den Motor langfristig reibungslos laufen zu

lassen. Für den Alltag braucht es eben mehr.

Benjamin Kanthak: Nährstoffe und trotzdem greifen ja viele weiterhin

zu diesen schnellen Nudeln. Gibt es da

Möglichkeiten, sie aufzuwerten, sag ich mal, so

ein bisschen gesünder zu machen?

Barbara Barkhausen: Na, auf alle Fälle. Also mit einfachen Tricks kann

man so einen Nährwert natürlich deutlich

verbessern. Gemüse reintun, es bringt Vitamine und

Ballaststoffe. Beispiele sind da tiefgekühlte

Erbsen, Spinat, Brokkoli, Karotten. Die garen alle

schnell. Protein sorgt natürlich für eine längere

Sättigung, wenn man da hartgekochte Eier noch mit

reingibt, Tofu, Edamame, Reste von

Hähnchenfleisch. Das alles macht zu einer Mahlzeit

dann gleich aus.

Benjamin Kanthak: Also eine richtig schöne Schüssel Rahmen. Und das

mache ich auch ganz gern, wo ich dann einfach

diese Nudeln nur nehme und dann man selber sich

dann Rahmsuppe draus bastelt. Was ist denn aber

mit diesem Würzpulver?

Barbara Barkhausen: Ja, da gilt ganz Weniger ist mehr, weil der

Großteil des Salzes steckt natürlich in diesen

kleinen Beuteln. Und da kann man sagen, oft reicht

schon die Hälfte. Zusätzlichen Geschmack liefern

frischer Knoblauch, Ingwer, Kräuter oder Chili,

aber definitiv weniger von diesem Würzpulver

reinschütteln.

Benjamin Kanthak: Das ist schon mal eine einfache Art und Weise, das

ein bisschen aufzuwerten. Inzwischen gibt es ja

aber auch andere Nudelvarianten, oder?

Barbara Barkhausen: Ja, immer wieder findet man inzwischen auch

Vollkorn oder Alternativnudeln aus Buchweizen,

braunem Reis oder Hirse. Also ein Blick auf die

Zutatenliste lohnt sich, würde ich sagen, weil

Diese Varianten, die liefern natürlich auch dann

mehr Ballaststoffe und Nährstoffe.

Benjamin Kanthak: Also wenn man alles mal so zusammenfasst, was ist

so dein Fazit oder das Fazit der Expertinnen?

Barbara Barkhausen: Also ich würde sagen, Instant Nudeln sollten schon

oder haben durchaus weiterhin Platz im Alltag,

sind eine praktische, sind eine preiswerte Lösung

für zwischendurch, aber sie sollten natürlich

nicht den Speiseplan dominieren. Ein paar einfache

Handgriffe reichen eigentlich aus, dass man die

auch ein bisschen gesünder gestalten kann. Und das

entspricht eigentlich dann auch dieser

ursprünglichen Idee von Momofuku Ando. Ein

Produkt, das den Alltag erleichtert, aber eben

nicht bestimmt.

Benjamin Kanthak: Ja, das klingt auf jeden Fall sinnvoll und ist ja

auch irgendwie einfach zu lösen und vielleicht ja

auch ein ganz passender guter Vorsatz fürs neue

Jahr 2026.

Barbara Barkhausen: Ja, genau. Gewohnheiten nicht radikal ändern,

sondern klüger und bewusster.

Benjamin Kanthak: Sehr schön. Danke dir, Barbara.

Barbara Barkhausen: Danke dir.

END OF TRANSCRIPT

Share

Follow SBS German

Download our apps

Listen to our podcasts

Get the latest with our exclusive in-language podcasts on your favourite podcast apps.

Watch on SBS

German News

Watch it onDemand

Watch now