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Between miracle food and health risk: The story of instant noodles

A sales representative sorts packages of ramen noodles at a Hanaro Mart supermarket run by the National Agricultural Cooperative Federation (Nonghyup), in the Seocho district of Seoul, South Korea, on Thursday, May 14, 2020. Source: Bloomberg / SeongJoon Cho/Bloomberg via Getty Images
Instant noodles are cheap, fast and a part of everyday life for many people. But what happens when a quick meal becomes a habit? The story of “magic ramen” is between entrepreneurial dream and health issues: too much salt, too few nutrients — and the question of how to make the popular noodles healthier with simple tricks.
Benjamin Kanthak: Billig, schnell vertraut. Instant Nudeln sind für
viele von uns ein fester Bestandteil des Alltags,
gerade nach langen Arbeitstagen oder wenn mal das
Geld knapp ist. Aber taugen sie wirklich als
Dauerlösung oder ist das neue Jahr vielleicht ein
guter Anlass, die eigene Nudelroutine einmal ein
bisschen zu überdenken? Darüber spreche ich jetzt
mit unserer Kollegin Barbara Barkhausen, die sich
mit der Geschichte, der Bedeutung und wichtig den
gesundheitlichen Folgen von Instant Nudeln
beschäftigt hat. Und sie ist jetzt bei mir.
Barbara, schön dich zu sehen.
Barbara Barkhausen: Ja, hallo Benjamin.
Benjamin Kanthak: Hand aufs Herz. Instant Nudeln, das klingt ja nach
Studentenzeit, Zeitmangel oder leerem Kühlschrank.
Warum spielen sie heute noch so eine große Rolle?
Barbara Barkhausen: Ja, ich glaube, weil sie genau das bedienen, was
halt viele Menschen im Alltag brauchen. Sie sind
billig, sie sind schnell zubereitet, sie sind
überall verfügbar und gerade in Zeiten steigender
Lebensmittelpreise, da greifen viele ganz
selbstverständlich, glaube ich mal zu diesem
bunten Päckchen nach einem langen Arbeitstag, wenn
das Budget eben knapp ist, wie du schon gesagt
hast, oder auch wenn man mal in der Küche ist mit
wenig Ausstattung irgendwo beim Arbeitstrip. Und
für viele sind Instant Nudeln halt auch schon
keine Ausnahme mehr, sondern es ist wirklich so
ein Teil der Alltagsroutine.
Benjamin Kanthak: Geworden, auch an Schulen, da kann man sich
schnell warm machen und so. Definitiv. Und sehen
ja auch bunt und schick aus, fuck hier aus. Und
genau da setzt ja aber dein Thema an. Was passiert
eigentlich, wenn aus dieser gelegentlichen
Mahlzeit eine Routine oder Gewohnheit wird?
Barbara Barkhausen: Ja, ganz genau. Die zentrale Frage ist nä sind
solche Instant-Nudeln eine pragmatische Lösung.
Für zwischendurch oder werden die eben dann zur
täglichen Hauptmahlzeit? Und wenn ja, was bedeutet
das dann eben für die Gesundheit? Gerade zum
Jahresbeginn ist es für viele, denke ich, ein
Moment mal so Gewohnheiten zu hinterfragen, ohne
halt gleich alles umzukrempeln.
Benjamin Kanthak: Vielleicht, bevor wir zu den gesundheitlichen
Aspekten kommen, erstmal Instant Nudeln, die haben
ja eine ziemlich spannende Geschichte, glaube ich.
Barbara Barkhausen: Ja, absolut. Ihr Siegeszug, ich habe das mal
recherchiert, der beginnt in Japan in der
Nachkriegszeit und da war das Land geprägt eben
von Hunger, von Mangel, von langen Schlangen bei
den Nudelnausgaben. Und in dieser Situation hat
dann ein taiwanesischstämmiger Unternehmer namens
Momofuku and so eine klare Mission irgendwie
entwickelt und gibt so ein berühmtes Zitat von
Frieden wird in die Welt kommen, wenn alle
Menschen genug zu essen haben.
Benjamin Kanthak: Ja, klingt erstmal logisch und Einläuf und auch
sehr, sehr philosophisch.
Barbara Barkhausen: Ja, und gleichzeitig sehr praktisch, klar. Und der
Ando, der experimentierte so einen Schuppen hinter
seinem Haus mit einer alten Nudelmaschine und
einem Wok. Und dann kam aber die entscheidende
Idee, so beschreibt es der Historiker Garret van
Dyck, der seine Frau beim Frittieren von Tempura
beobachtet hat. Das heiße Öl zog den Nudeln eben
das Wasser und hat sie konserviert und machte sie
dann später blitzschnell wieder essbar.
Benjamin Kanthak: Und damit waren die Instant Nudeln dann geboren.
Barbara Barkhausen: Ja, ja, genau.
Benjamin Kanthak: Wahnsinn.
Barbara Barkhausen: Also am 25. August 1958 hat der Andu dann sein
erstes Produkt auf den Markt gebracht, die Instant
Cook Chicken Ramen. Und in Japan wurden die dann
als magische Rahmen gefeiert. Und allerdings waren
sie anfangs eher noch ein Luxusprodukt. Also da
haben sie sechsmal so viel wie gewöhnliche
Ramennudeln gekostet, aber dann ist der Pre auch
schnell verfallen danach.
Benjamin Kanthak: Und dann kam wahrscheinlich auch der Becher
Irgendwann.
Barbara Barkhausen: Richtig. Genau. 1971 folgte dann seine zweite
große Erfindung, Rahmen im Becher, die man nur
noch mit heißem Wasser aufgießen musste. Und das
machte die Nudeln dann endgültig global. Und Ende
des 20. Jahrhunderts wählten die Japaner dann
Instant-Nudeln sogar zur bedeutendsten. Erfindung
ihres Jahrhunderts.
Benjamin Kanthak: Wow. Kann man aber auch gut nachvollziehen. Wobei
bei diesem Becher, der eigentlich auch so ein
Instant Nudeln, Plastik, heißes Wasser, oh mein
Gott, was man da heute alles so weiß, was man da
vielleicht nicht wusste. Aber seitdem haben sie ja
wirklich einen ziemlich erstaunlichen Weg
genommen, diese Instant Nudeln.
Barbara Barkhausen: Absolut. Also in US Gefängnissen beispielsweise,
da dienen sie ja oft sogar als Ersatz. Wie auch
immer. 2005 sind sie mit dem Astronauten Soichi
Noguchi ins All geflogen und in Thailand, habe ich
herausgefunden, gab es zeitweise sogar so einen
eigenen Nudelindex, der die wirtschaftliche
Stimmung im Land gemessen hat. Also das zeigt, wie
tief eigentlich diese Nudeln kulturell verankert
sind.
Benjamin Kanthak: Ja, das erklärt aber vielleicht ja auch, warum
viele Menschen eine emotionale, enge Beziehung
oder Bindung an diese Instant Nudeln haben.
Barbara Barkhausen: Also für internationale Studierende, für
Migranten, für Menschen auf Reisen, sind halt
Instant Nudeln oft mehr so ein schneller Snack,
eine Portion Migoreng oder eine Schüssel Shinram.
Es kann auch ein Stück Heimat sein für die
vertrauter Geschmack, Erinnerungen, ein Gefühl von
Zugehörigkeit.
Benjamin Kanthak: Aber diese emotionale Seite, die hat bestimmt ja
vermutlich auch eine Kehrseite.
Barbara Barkhausen: Ja, natürlich. Es kann darüber hinwegtäuschen,
dass Instant Nudeln ernährungsphysiologisch ganz
klar einige Probleme mit sich bringen. Also es
gibt eine australische Professorin, die Lauren
Bohl von der University of Queensland, die hat das
zusammen mit Emily Birch und Pearl Wong mal ganz
genau untersucht und kam zu dem Ergebnis, eine
typische Portion Instinkt Nudeln, die enthält
zwischen 600 und 1500 Milligramm Natrium, also
nicht so gesund Zum Die
Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 2000
Milligramm pro Tag, die hat man dann schon fast
abgedeckt.
Benjamin Kanthak: Wahnsinn.
Barbara Barkhausen: Und die Lauren Bowl, die warnt deshalb
ausdrücklich, dass eine dauerhaft hohe
Natriumaufnahme Herz und Nieren belasten kann.
Benjamin Kanthak: Das wissen wir ja auch von anderen Lebensmitteln.
Und Salz ist aber ja nicht das einzige Problem,
vermute ich.
Barbara Barkhausen: Nein, Instant Nudeln, die bestehen aus
raffiniertem Weizen und enthalten halt kaum
Ballaststoffe. Und die sind aber natürlich
entscheidend für eine gesunde Verdauung, ein
stabiles Sättigungsgefühl und ob Proteine,
Vitamine, Mineralstoffe, das ist ebenfalls alles
nur in geringen Mengen vorhanden. Also das
Ergebnis ist halt, wenn man die isst, ist eine
Sättigung, die im Endeffekt nicht lange anhält.
Benjamin Kanthak: Ja gut, das ist jetzt auch nicht überraschend,
aber es ist natürlich trotzdem wirklich Fakten gut
Fakten zu haben. Das heißt aber mit dieser
Sättigung, die nicht lange anhält, man ist also
schnell wieder hungrig.
Barbara Barkhausen: Genau. Und das kann natürlich dazu führen, dass
man insgesamt mehr isst oder häufiger zu Snacks
greift. Und eine südkoreanische Studie, die zeigt
zum Beispiel, dass Menschen, die mehr als zweimal
pro Woche Instant Nudeln essen, dann auch ein
erhöhtes Risiko für das sogenannte metabolische
Syndrom haben. Vor allem Frauen sind da wohl
anfällig für. Und das ist eine Kombination von
Risikofaktoren, die erhöht dann die
Wahrscheinlichkeit für Diabetes und
Herzkrankheiten.
Benjamin Kanthak: Oha, OK. Also diese ballaststoffarme Ernährung,
die steht ja auch schon länger in der Kritik.
Barbara Barkhausen: Ja, allerdings. Die wird seit Jahren mit
Verdauungsproblemen, mit Verstopfung, mit Typ 2
Diabetes, teilweise sogar mit Darmkrebs in
Verbindung gebracht. Das heißt jetzt nicht, dass
Instant Nudeln allein diese Krankheiten
verursachen, aber sie passen halt schlecht in eine
ausgewogene Ernährung, sobald sie zur täglichen
Hauptmahlzeit werden.
Benjamin Kanthak: Alles in Maßen. Wie so oft schon deine Mama
gesagt. Muss man also komplett auf Instant Nudeln
verzichten oder nicht?
Barbara Barkhausen: Nein, nein, nein, das muss man nicht. Und das
betonen auch die Forscherinnen ganz klar. Die
plädieren eben auch für dieses berühmte Augenmaß.
Instant Nudeln. Die können schon Teil von der
gesunden Ernährung sein, nur eben nicht jeden Tag
als Hauptgericht.
Benjamin Kanthak: Verstehe.
Barbara Barkhausen: Die vergleichen das jetzt mit dem Vergleichen
quasi den Körper mit einem Auto. Instant Nudeln
liefern zwar Energie, aber eben nicht genug, um
den Motor langfristig reibungslos laufen zu
lassen. Für den Alltag braucht es eben mehr.
Benjamin Kanthak: Nährstoffe und trotzdem greifen ja viele weiterhin
zu diesen schnellen Nudeln. Gibt es da
Möglichkeiten, sie aufzuwerten, sag ich mal, so
ein bisschen gesünder zu machen?
Barbara Barkhausen: Na, auf alle Fälle. Also mit einfachen Tricks kann
man so einen Nährwert natürlich deutlich
verbessern. Gemüse reintun, es bringt Vitamine und
Ballaststoffe. Beispiele sind da tiefgekühlte
Erbsen, Spinat, Brokkoli, Karotten. Die garen alle
schnell. Protein sorgt natürlich für eine längere
Sättigung, wenn man da hartgekochte Eier noch mit
reingibt, Tofu, Edamame, Reste von
Hähnchenfleisch. Das alles macht zu einer Mahlzeit
dann gleich aus.
Benjamin Kanthak: Also eine richtig schöne Schüssel Rahmen. Und das
mache ich auch ganz gern, wo ich dann einfach
diese Nudeln nur nehme und dann man selber sich
dann Rahmsuppe draus bastelt. Was ist denn aber
mit diesem Würzpulver?
Barbara Barkhausen: Ja, da gilt ganz Weniger ist mehr, weil der
Großteil des Salzes steckt natürlich in diesen
kleinen Beuteln. Und da kann man sagen, oft reicht
schon die Hälfte. Zusätzlichen Geschmack liefern
frischer Knoblauch, Ingwer, Kräuter oder Chili,
aber definitiv weniger von diesem Würzpulver
reinschütteln.
Benjamin Kanthak: Das ist schon mal eine einfache Art und Weise, das
ein bisschen aufzuwerten. Inzwischen gibt es ja
aber auch andere Nudelvarianten, oder?
Barbara Barkhausen: Ja, immer wieder findet man inzwischen auch
Vollkorn oder Alternativnudeln aus Buchweizen,
braunem Reis oder Hirse. Also ein Blick auf die
Zutatenliste lohnt sich, würde ich sagen, weil
Diese Varianten, die liefern natürlich auch dann
mehr Ballaststoffe und Nährstoffe.
Benjamin Kanthak: Also wenn man alles mal so zusammenfasst, was ist
so dein Fazit oder das Fazit der Expertinnen?
Barbara Barkhausen: Also ich würde sagen, Instant Nudeln sollten schon
oder haben durchaus weiterhin Platz im Alltag,
sind eine praktische, sind eine preiswerte Lösung
für zwischendurch, aber sie sollten natürlich
nicht den Speiseplan dominieren. Ein paar einfache
Handgriffe reichen eigentlich aus, dass man die
auch ein bisschen gesünder gestalten kann. Und das
entspricht eigentlich dann auch dieser
ursprünglichen Idee von Momofuku Ando. Ein
Produkt, das den Alltag erleichtert, aber eben
nicht bestimmt.
Benjamin Kanthak: Ja, das klingt auf jeden Fall sinnvoll und ist ja
auch irgendwie einfach zu lösen und vielleicht ja
auch ein ganz passender guter Vorsatz fürs neue
Jahr 2026.
Barbara Barkhausen: Ja, genau. Gewohnheiten nicht radikal ändern,
sondern klüger und bewusster.
Benjamin Kanthak: Sehr schön. Danke dir, Barbara.
Barbara Barkhausen: Danke dir.
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