For more stories, interviews, and news from SBS German, discover our podcast collection here.
On the way to the moon again

No problems: launch of the huge Artemis2 rocket to fly to the moon - and back. Source: SIPA USA / Alex G Perez/AGPfoto/Sipa USA/AAP Image
After more than 50 years, astronauts have made their way back to the moon. After a successful launch from the Cape Canaveral spaceport in Florida, the capsule 'Orion' is now transporting four people to our nearest companion in space and back again.
Benjamin Kanthak: Nach mehr als 50 Jahren haben sich amerikanische
Astronauten und ein kanadischer Astronaut wieder
auf den Weg zum Mond gemacht. Nach einem
geglückten Start vom Weltraumbahnhof Cape
Canaveral in Florida transportiert die Kapsel
Orion jetzt vier Menschen zu einem Flug zu unserem
nächsten Trabanten und wieder zurück. Mein Kollege
Wolfgang Müller hat den Start beobachtet und
berichtet.
Wolfgang Müller: Wow, etwas pathetisch, Aber das war schon
Benjamin Kanthak: eine richtig große Sache, muss man sagen. Im
Fernsehen übertragen erinnert wirklich so alte
Zeiten.
Wolfgang Müller: Das war der akustische Eindruck des Countdown und
der Start der Riesenrakete heute Morgen. Artemis
II heißt die. Sie hat die Aufgabe, Amerika wieder
zurück ins Rennen, die Eroberung des Weltalls zu
bringen. Dass der Start so glatt verlief, war
schon mal eine erfreuliche Überraschung, denn
bisher war die krisengeplagte Artemis 2 Mission
wegen technischer Probleme. Mit der Startrakette
schon mehrfach und verschoben worden. Aber heute
Morgen lief alles wie geschmiert mit der Mission
und die heißt hier einmal zum Mond und zurück. Der
Testdirektor der amerikanischen Weltraumbürger
NASA war jedenfalls begeistert.
Benjamin Kanthak: Ja, also erst zum Mond, nicht auf den Mond. Und
man muss auch sagen, diese Bilder, die erinnerten
wirklich auch an eine Zeit, die schon lang, lang
her Die erste Mondlandung, die war am 21. Juli
1969 am Ende eines beispiellosen Wettlaufs
zwischen der Sowjetunion damals noch und den USA.
Wird es diesmal auch so spannend mit dem Wettlauf.
Wolfgang Müller: Also ich erinnere mich an diese Mondlandung noch
sehr gut und wie Millionen von anderen Menschen
habe ich am Fernseher geklebt und dann diese
verwackelten Bilder mir angeschaut, wo die
Astronauten dann ganz, ganz langsam aus dem
Moonlander die Treppe runter auf den Mond treten.
Das ist schon ganz, ganz und ganz heimlich waren
die Deutschen damals ja auch sogar stolz auf
diesen Erfolg, denn diese gigantische
Trägerrakete, nicht viel kleiner als die Artemis 2
die ja fast 100 Meter lang ist, sie hieß damals
Saturn V und die war ja unter der Leitung von
Werner von Braunen, der ja aber leider auch in der
Raketentechnik der Nazis verstrickt war. Bei Min
Werner von Braun. Auch bei der Entwicklung der
jetzigen Artemis II Rakete waren deutsche
Unternehmen dabei, ungefähr 20 die Komponenten
beigesteuert haben und übrigens auch Firmen, vier
Firmen aus Australien waren dabei.
Benjamin Kanthak: Wow, also richtig internationales Projekt, muss
man sagen. Aber wie schon gehört, eine echte
Mondlandung gibt es diesmal leider noch nicht.
Wolfgang Müller: Ja, das ist der große Unterschied. Das Programm
dieser Reise ist daher eher als touristisch zu
bezeichnen. Die vier Astronauten werden den Mond
einmal umrunden und dann zur Erde zurückkehren.
Für eine zehntägige Reise mag das als wenig
erscheinen, aber der ganze Trip ist ja auch nur
als Testflug für spätere Missionen geplant. Und
eine Mondlandung ist dann für 2028 geplant. Und
die Umrundung des Monds ist übrigens interessant,
denn eigentlich ist die Flugroute keine Kurve,
sondern eine Ellipse, denn die Kapsel Rhine fliegt
am Mond vorbei und dann ins tiefe All. Aber
dadurch, dass die Anziehungskraft des Mondes da
ist, wird die also zurückgeholt und rauscht dann
auf der anderen Seite des Mondes wieder vorbei und
zurück, dann im Pazifik zu landen. Ein Wunderding,
also richtig klug. Man spart Treibstoff.
Benjamin Kanthak: Ja, und ich glaube auch die Astronauten werden
trotzdem begeistert sein, weil ich meine, das
sieht man auch nicht alle Tage dem Mond so nah. Da
war ja auch nur ein paar Leute, die da schon mal
waren. Aber jetzt aktuell fliegen diese vier
Astronauten erstmal Richtung Mond. A new sbs music
station is coming. Sbs pop euro filled with
eurovision hits nonstop.
Wolfgang Müller: Nein, würde ich sagen, sie sind in einer
Umlaufbahn die Erde. Und zwar eine große
Umlaufbahn dauert 24 Stunden, aber sie brauchen
das, Schwung aufzunehmen, dann Slingshot zum Mond
zu kommen. Auch das wieder ein Trick, Treibstoff
zu sparen. Dadurch wird es übrigens der schnellste
bemannte Raufflug, der jemals geplant wurde. Und
ja, es sind ja auch Kilometer, die es zu
überwinden gibt. Da braucht man schon so ein
bisschen Dampf im Kessel, das zu machen.
Benjamin Kanthak: Ja, definitiv. Das dauert sonst. Es ist aber auch
fair zu sagen, dass anders als bei der ersten
Mondlandung diesmal die große Begeisterung fehlt,
muss man sagen. Warum ist das so deiner Meinung
nach?
Wolfgang Müller: Lass mich gerade noch sagen, zu den Astronauten
gibt es noch was Interessantes. Sagen denn auch
das eine interessante Crew. Zum ersten Mal ist ein
Nichtamerikaner bei einer Mondmission dabei. Er
ist Kanadier, ist ja nicht so weit von Amerika
entfernt, aber dann ist noch ein Novum. Eine Frau
ist an Bord auch zum ersten Mal und ein farbiger
Amerikaner. Also Vielfalt. Es ist optisch gut
geplant, diese ganze Sache.
Benjamin Kanthak: Okay, okay. Aber jetzt nochmal zurück zu der
Begeisterung, die so ein bisschen fehlte. Warum
ist das so deiner Meinung nach?
Wolfgang Müller: Erstmal gibt es ja nun jede Menge politischer
Krisen momentan. Du hast ja gerade Albanese und
sowas erwähnt, die uns momentan Sorgen machen.
Also die Weltraumfahrt ist da vielleicht so ein
bisschen abseits. Außerdem hat es in den
vergangenen 50 Jahren auch viel in der Raumfahrt
gegeben. Man hat sich vielleicht so ein bisschen
daran gewöhnt. Damals war das ja ein spannendes
Rennen zwischen den USA und der Sowjetunion.
Inzwischen haben aber auch andere Länder, wie zum
Beispiel China, Indien und Japan ebenfalls
wissenschaftliche Geräte auf dem Mond gelandet.
Manche erfolgreich, manche unerfolgreich. Und
eigentlich ist das Ziel jetzt der Mars, aber da
gibt es inzwischen auch zwei Roboter, die da
rumfahren und sich alles angucken.
Benjamin Kanthak: Da gibt es tolle Aufnahmen, muss man sagen. Wir
sind quasi schon da.
Wolfgang Müller: Ja, also aber so special ist die Raumfahrt heute
nicht mehr.
Benjamin Kanthak: Ja, und man muss ja auch sagen, ich meine, Elon
Musk mit seinem, mit seinem Unternehmen SpaceX
schießt ja gefühlt jede Woche, oder nicht nur
gefühlt, ich glaube wirklich jede Woche neue
Satelliten in die Umlaufbahn. Die Raketen landen
wieder. Das ist auch von Freunden aus den USA
bekomme ich da regelmäßig Bilder. Das ist auch
mittlerweile schon völlig normaler Alltag.
Wolfgang Müller: Aber da stellt sich die Frage, wieso brauchen wir
eigentlich noch eine bemannte Mondmission, wenn
das schon so tolle Bilder, wie du sagst, vom Mars
kommen. Man muss ja auch sagen, Menschen zum Mond
zu bringen, das war ein alter Traum. Aber ein Trip
zum Mars dauert zwischen 6 und 9 Monaten. Und das
ist für den menschlichen Körper in der
Schwerelosigkeit nicht einfach zu ertragen, wie
wir heute auch schon wissen und außerdem ist es
sündhaft teuer, dieselbigen dann auf dem Mars auch
am Leben zu halten. Da brauchst du die beste
Technologie Roboter, die kurven da einfach so rum
und brauchen keine Luft zum Atmen, kein Wasser.
Also ob diese bemannte Raumfahrt so wichtig. Aber
eins steht Amerika will eine Basis auf dem Mond.
Und da auch wieder das Rennen zwischen den
Amerikanern und den Chinesen. Die Chinesen, die
liebäugeln auch damit. Es wird behauptet, Chinesen
planen eine Mondbasis auf der dunklen Rückseite
des Mondes. Also und die Amerikaner wollen
natürlich dann eine auf der anderen Seite haben.
Sie wollen dieses Feld nicht den Chinesen
überlassen. Deswegen auch jetzt dieses neue
Rennen. Wobei ich befürchte, dass die Amerikaner
mit Artemis und den Schwierigkeiten, die sie
hatten, schon sehr viel Zeit verloren haben.
Benjamin Kanthak: Also können wir festhalten, auch wenn es offiziell
diesen Wettlauf wie damals zwischen der
Sowjetunion und den USA nicht gibt, irgendwie gibt
es ihn dann anscheinend ja doch
Wolfgang Müller: mit den Chinesen, aber genauso hart, wie es damals
auch war.
Benjamin Kanthak: Wir bleiben dran. Wolfgang, vielen, vielen Dank
für diese spannenden Informationen.
Wolfgang Müller: Danke dir.






