Benjamin: Patrick Feisi betreibt von der Central Coast in
New South Wales aus das Food Truck Business German
Grillhaus. Mit seinen Hightech Imbissen auf Rädern
ist er in der ganzen Region bei Grossevents und
auch lokalen Festen zu finden. Und dabei dürfen
deutsche Klassiker wie beispielsweise die
Currywurst nicht fehlen. Der gebürtige Berliner
hat mit seiner Familie auf einem Grundstück mitten
in der Natur seinen australischen Traum gefunden
und neben seinem Foodtruck Business unter anderem
auch das Imkern für sich entdeckt. Ich habe
Patrick vor Ort zum Gespräch getroffen und mit ihm
unter anderem über seine Anfänge, das Ankommen in
Australien, seine Leidenschaft, das Imkern und
Wege zu einem vollen, aber glücklichen Leben
gesprochen. Patrick, vielen, vielen Dank, dass du
dir die Zeit nimmst, mit uns zu sprechen. Vor
allem ein tolleres Setup könnte es ja gar nicht
geben. Wir sitzen hier gerade bei dir im
Vorgarten. Das klingt ein bisschen klein, weil
dein Vorgarten ist riesig groß und man hat
wirklich das Gefühl, man ist mitten im Paradies
hier auf so einer kleinen Sitzgelegenheit hier
neben deinen Bienen im absoluten Paradies.
Wahnsinn. Danke, dass du uns hier in deine kleine
Patrick: Ich freue mich, dass du mit mir die Oase teilst.
Benjamin: Fangen wir mal direkt an. Wir sind uns über den
Weg gelaufen beim German Culture Day mit dem Grill
House. Für alle, die jetzt nicht wissen, was du
treibst, Foodtruck, das würde so ein bisschen
untertreiben, weil dein Food Truck ist wirklich
High End, High Technology, auch ein bisschen
German Engineering oder Austrian Engineering, was
da reingegangen ist. Erzähl mal, wer ihr seid, was
ihr macht. Und vor allen Wie bist du dazu
gekommen, hier so ein Business aufzumachen?
Patrick: Also meine Frau und ich, wir sind vor circa 17
Jahren nach Australien. Gekommen und man ist
hierher gekommen und wusste erstmal nicht, was man
machen soll und hat so viele diverse Nebenjobs
gemacht. Und eine Freundin von uns, die hat so
einen Sauerkrautstand gehabt und die hat mensch
Patrick, kannst du mal helfen? Und die waren eine
Domain. Das waren so größere Veranstaltungen, so
Weihnachtssachen. Und dann hat sie mir Mensch,
kannst du uns, Kannst du mich nicht unterstützen?
Und dann sind wir so zusammengekommen und nach und
nach haben wir mit Zelten angefangen. Dann haben
wir irgendwann uns einen Trailer geholt und dann
haben wir Mensch, wir werden alt. Das ganze
schleppen und der Rücken und Ischias Schmerzen.
Wir müssen das irgendwie ändern, sonst können wir
das nicht lange machen. Und dann haben wir uns
irgendwann mal gedacht, wir haben uns diese
Eiscreme Trucks angeguckt. Mensch, guck mal, die
kommen rein als letzte und die fahren als erste
raus. Das geht doch auch mit der Wurst und mit
Bratwurst und Kranzgiessen, was wir so verkaufen.
Und dann haben wir so einen Food Van gebaut, den
man so ausbauen kann, ausziehen kann und habe
sogar so ein bisschen Solar drin, also ein
bisschen Öko und Batterie. Das war also ohne
kannst du mit so einer Wallachei irgendwo
hinpacken Und mit dem Generator kann man dann halt
Würstchen verkaufen und Gas natürlich. Und das hat
gut funktioniert. Wir machen kleinere
Veranstaltungen, 80 Leute und das funktioniert
ganz gut. Und wir machen auch ganz große Sachen
mit Metallica Konzerte oder so ein Sydney Olympic
Park, was ziemlich cool ist. Das Gute an dem ist,
es ist ein Arbeitsplatz, wo du immer was Neues
hast. Du hast die Leute mit den Vibes, die dann da
sind, Musik da ist oder Mittelalterfeste, wo dann
irgendwelche Ritter kommen mit ihren Schwertern
halb angegriffen. Die kämpfen ja wirklich Und dann
hast du da so angeschlagene Ritter, die dann eine
Bratwurst bestellen. Es ist einfach eine coole,
coole Arbeitsatmosphäre. Und deswegen haben wir es
echt geliebt und weitergemacht.
Benjamin: Und es ist auch ein ganz eigener Lebensstil. Ich
glaube, es ist ein bisschen Traveler Lifestyle.
Ich glaube, das ist so eine eigene Welt, in der
man dann auch ist. Man kennt sich auch, glaube
ich, oder ist das eine falsche Annahme?
Patrick: Das ist so wie so eine Gruppe. Man reist so mit
anderen Leuten, das wechselt immer ein bisschen
und man hat auch wirklich Freundschaften. Man
unterstützt sich auch, wenn jemand Ich brauche
jetzt Gas oder ich brauche jetzt hier Servietten.
Und dann hilft man sich so ein bisschen aus. Und
die Kunden, die dann kommen, die kommen dann auch
regelmäßig Und dann hat man auch da eine
Freundschaft, die sogar manchmal entstehen kann,
die dann auch zu Hause zu einem kommen. Also das
ist so sehr privat, aber irgendwo auch immer
anders. Ich bin ein sehr Mensch, der Abwechslung
braucht und das passt natürlich absolut.
Benjamin: Und auch ein Mensch, der ganz schnell mit ganz
vielen Leuten in Kontakt kommt und auch unfassbar
viele Interessen hat und einen auch wirklich
anzündet mit deinem Enthusiasmus, muss man
wirklich sagen. So ging es mir auf jeden Fall
auch. Wie lange habt ihr das jetzt gemacht und wie
habt ihr wirklich aufgebaut? Ihr habt mittlerweile
zwei Trucks. Wie lange habt ihr daran jetzt gebaut
und was waren so die größten Hürden am Anfang für
euch? Geh nochmal zurück.
Patrick: Also erstmal hatten wir ja mit dem Zelt, war das
das Schwierigste. Man musste immer das Ganze
reinholen, rausholen, alles aus einem kleinen
Kühlschrank. Wir haben in Dremoine vorher gelebt
und dann kam das aus dem normalen Kühlschrank raus
und dann haben wir gesagt, okay, das geht jetzt
nicht mehr. Und dann haben wir uns halt irgendwann
mal einen Trailer gekauft, mussten natürlich dann
ein Auto holen, was diesen riesentrailer ziehen
kann. 3,5 Tonnen, 4 Tonnen. Und es ist aber sehr
schwierig, weil sowas zu hantieren ist auch
gefährlich. Und wir haben gesagt, wir müssen einen
Weg finden, das irgendwie zu vereinfachen. Und mit
diesen Food Vans, das war eigentlich, das war ein
Weg, wo wir jetzt noch so, ich bin jetzt so Anfang
50, okay, das ist noch würdig für uns, das
weiterzumachen. Und Myra, meine Frau, die ist halt
Grafikdesignerin, die hat auch so ein Auto von
außen so gemacht, das sieht aus wie die Kinder
kommen und ey, looks like a matchbox car mit den
ganzen Decals drauf und das kommt ganz gut an
jetzt für uns. Und mit dem Goethe Institut, das
war ja so, da gibt es auch als andere, da kommen
wir ganz gut an mit dem Wagen.
Benjamin: Und vor allen Dingen kommt ja auch eine gute
deutsche Bratwurst richtig gut an.
Benjamin: Also gerade nicht nur in der deutschsprachigen
Community, die die sich dann danach sehnt, mal
wieder eine gute deutsche Bratwurst zu essen,
sondern auch hier in der weiteren australischen
Community ist es total beliebt. Also erstmal, wo
kommen eure Würste her? Das ist ja wirklich ganz,
ganz wichtig. Und zum anderen, was meinst du,
woran liegt das, dass Leute irgendwie da so eine
Patrick: Also vor circa acht Jahren war es so, dass keiner
wusste, was Sauerkraut ist. Mittlerweile braucht
man das nicht mehr zu erklären. Also man hat immer
so erklärt, Sauerkraut ist das und das Pickled
Cabbage und so. Jetzt ist es einfach nur, die
Leute wissen es, die Bratwurst haben wir von einem
Metzger der ist eigentlich Engländer und der macht
die wirklich wunderschön. Das ist eine Schweizer
Bratwurst und das ist mit Sauerkraut und der macht
diese Kranskis und der hat irgendwie ganz viele
Awards gewonnen in den Easter Show Veranstaltungen
und wir arbeiten mit ihm schon seit fast 14
Jahren. Das ist schon. Also und er ist auch
derjenige, von dem wir Wurst bekommen. Es ist ein
ganz besonderer Metzger, weil viele Competitions,
die wir jetzt hier haben, die kriegen es irgendwie
von einem anderen und wir wollten da uns ein
bisschen draus halten und unsere Wurst anbieten.
Und der Metzger ist uns loyal geblieben und treu
und das funktioniert wunderbar und sehr
zuverlässig. Jede Wurst ist wie die andere. Da
kommt kein Kunde und oh, meine ist ein bisschen
kürzer oder meine schmeckt anders. Das ist
wirklich alles. Der deutsche Standard ist
erhalten. Das ist ganz wichtig. Aber viele
Deutsche, die dann so kommen, die hier in
Australien leben, die sind alle immer sehr
kritisch. Eine richtige deutsche Bratwurst, das
wollen wir ja mal bewiesen haben und dann versuch
doch mal erst. Es funktioniert am Ende kommen. Die
ist wirklich gut. Also es passt schon. Aber wir
haben jetzt das Neueste, weil ich bin ja aus
Berlin und wir haben ja die Bratwurst als
Currywurst in Berlin und das Problem war, wir
haben niemals eine Currywurstsosse kaufen können.
Also was macht man da? Man experimentiert, macht
seine eigene Currywurst und das hat jetzt bei uns
total durchgeschlagen, weil wir haben
normalerweise mehr Kranzkäs verkauft in der
Vergangenheit und jetzt ist die Bratwurst mit der
Currywurst so ein Hit. Und wir hatten in Goethe
Institut, ich glaube, er war irgendwie Co Direktor
oder so, der hat die Currywurst mal probiert und
der hat das auch Video aufgezeichnet, der fand die
auch ganz gut. Also neues Thema ist Currywurst für
uns, dass wir die produzieren, muss man hier
Benjamin: auch noch bekannter machen, finde ich auch. Also
wir sind auch immer am Schwärmen von der
Currywurst, wenn wir Freunde haben, die vielleicht
mittlerweile schon angefangen haben zu okay, eine
deutsche Bratwurst und man nimmt auch
Schweinefleisch und nicht irgendwie eine Chicken
Sausage oder eine Beef Sausage, sondern das ist
schon ganz gut und auch wie sie schmecken soll.
Aber du hast schon deine Berliner Herkunft
angesprochen. Du hast hier in Sydney angefangen,
im Westen von Sydney anfänglich gelebt und und
irgendwann war dir das aber ein bisschen zu eng
und du wolltest irgendwie was anderes. Und jetzt
sitzen wir hier mittlerweile an der Central Coast
wirklich in deiner Oase hier, in deiner grünen
Oase. Ich kann es wirklich nur so beschreiben.
Also wirklich Bäume überall. Es ist grün, es ist
herrlich, es ist ruhig, du hast Platz hier. Woher
kam die Motivation? Wie seid ihr hier gelandet?
Und erzähl mal ein bisschen, warum hat es dich da
Patrick: Also wir hatten, wir sind in Dremoine, haben wir
angefangen. Es war ein kleines Apartment gewesen,
es war wunderschön, aber wir hatten dann ein Kind
und das zweite Kind war auf dem Weg und dann haben
wir geguckt und wir konnten uns nichts leisten in
der Gegend dort. So sind wir dann halt nach
Blacktown gezogen und haben dann ein Haus gekauft
und das war halt renoviert und renoviert und
renoviert. Wunderschön. Aber ich habe den Strand
nicht gesehen und es hat irgendwie nicht geklappt.
Und ich hab zu meiner Frau Mensch, ich glaube, ich
habe so einen Moment gehabt, ich will zurück nach
Hause, Heimweh. Und das war das Gespräch. Und dann
haben wir nach Alternativen gesucht und sind nach
Central Coast mal reingegangen und haben geguckt,
weil der Bruder lebt hier. Und dann haben wir
diesen Platz gefunden hier. Das ist halt ein
Acreage, ein kleiner Acreage. Und bei mir sind da
die Fantasieblasen geplatzt überall. Da kann man
das und das und das machen. Das war so ein Traum,
ein City Slicker. Ich habe noch nie auf dem Land
gelebt. Für mich war das was Cooles. Und wieder
zurück nach Berlin. Apartments, naja, OK, wir
versuchen es mal. Und dann sind wir einfach hier
ausgebrochen, haben es irgendwie hinbekommen
finanziell, dass wir das kaufen konnten, mussten
aber dann uns das vorher verkaufen in Sydney. Das
war alles sehr knapp, unser Haus. Und es hat auch
geklappt, weil es wunderschön renoviert war,
überrenoviert. Und dann hat hier das Projekt
angefangen mit Bauen und Mähen und Steine drehen
und Freunde kennenlernen, die einem beibringen,
wie man mit einem Excavator Sachen Landscaping
macht und so. Das hat mir so viel Spaß gemacht.
Ja, und dann habe das mit der Feuerwehr mal
angefangen hier in Berkeleyville. Das ist die Rule
Fiber Brigade. Ich habe hier Hölzer gehabt, die
runtergefallen sind, die Stöcke, diese
Widowmakers. Ich wusste nicht, was ich damit
machen soll und habe dann gelernt, wie man
verbrennt Sachen verbrennt sicher mit der
Feuerwehr. Und ja, das hat sich ernsthaft auf den
anderen aufgebaut. Und dann kam irgendwann das
Gespräch Barbecue. Ach Mensch, mit einem Freund so
Bienen haben, ist doch ganz cool. Ja, so lass uns
mal. Dann haben wir die erste Box Bienen gekauft
und dann haben wir Bienen gefangen und dann hat
sich das ausgebaut, Beekeeping und Honig machen
und Wachs und es kommt eins nach dem anderen.
Meine Frau wird irre, weil ich habe natürlich
jetzt hier so einen Auslauf, das kein Ende hat.
Benjamin: Du bist halt auch so ein kleines Duracell Häschen,
muss man sagen. Läuft und läuft und läuft und
läuft, wie die Werbung uns beigebracht hat, hier
Energizer Bunny genannt. Es ist wirklich
unglaublich. Ich finde es immer spannend, Leute zu
treffen, die so viele Interesse haben, Interessen
haben, passioniert sind für Dinge. Und du hast
eine Frau schon angesprochen, die dich dann
einfängt. Das braucht man dann auch teilweise,
wenn man dann sehr, wenn man viele Träume hat und
auch diesen unsagbaren Trieb, neue Sachen
auszuprobieren. Ich finde es aber wirklich,
wirklich bewundernswert, weil du hast die Bienen
schon angesprochen, die sieht man auch schon hier,
die Kästchen in den bunten Farben. Du hast auch
eigene kleine Häuser gebaut im Stil von so einem
alpinen Fachwerkhäuschen. Also wirklich ganz, ganz
kreativ gelöst. Man merkt schon, ihr seid als
Familie sehr, sehr kreativ. Deine Frau auch
Künstlerin und Grafikdesignerin. Also da merkt man
schon, dass da alles zusammenkommt. Aber mit den
Bienen, das ist ja auch wieder ein ganz eigenes
Ding. Wie bist du genau dazu gekommen? Und das ist
ja wirklich auch jetzt nicht, was, was man mal
eben nebenbei anfängt, sondern ich glaube, wenn
man da erstmal einsteigt, dann hat man ja nun mal
hier sein Bienenvölkchen, das man sich kümmert.
Patrick: Dann hat man Verantwortung für die Mädels. Naja,
man bekommt halt einfach Hilfe, wenn man in dieser
Community sich öffnet. Dann kommen die älteren
Männer und Damen, die dann halt schon Ewigkeiten
Beekeeper sind und dann sind die dein Mentor und
dann gehst du mit denen mit, dann zeigen die dir,
wie du die Schwärme einfängst. Es ist schon
faszinierend. Du hast mit diesem lebenden
Organismus zu tun und lernst, dass nichts planbar
ist. Die machen, was sie wollen und du hast nur
eine Idee und das macht einen ein bisschen humble,
also demütig, dass man sieht, wie viel Arbeit da
drinsteckt und es gibt dir diese Ruhe und du sagst
gerade Duracell, die Bienen geben mir, obwohl sie
die harte Arbeit leisten, die Ruhe im Moment, wenn
man da ist und man muss mit denen ruhig arbeiten,
man versucht sie nicht zu quetschen. Passiert
natürlich immer wieder, wenn man die Boxen
aufmacht, aber es nimmt einem diesen Stress weg
und diese Duracell hektischen Monkey, der im Kopf
da drum trimmelt. Es gibt dir die Ruhe und und
dann lernst du im Grunde, dass du was schaffen
kannst, auch wenn du es in Ruhe und strukturiert
machst. Und die Struktur kommt von den Bienen auch
das hilft. Und die Frau natürlich, die gibt mir
auch Struktur. Also ohne sie würde ich
wahrscheinlich 300 Projekte gleichzeitig machen
und dann irgendwo erschöpft
Benjamin: im Graben liegen, kann ich mir vorstellen. Aber
das macht total Sinn. Ich glaube auch wenn man so
einen Singular Focus hat, also das ist ja auch
was, was sehr sehr Meditatives ist, sich dann auf
eine Sache konzentriert, dann kommt man ja
notgedrungen auch sehr sehr runter. Du hast schon
angesprochen Heimweh, das ist ja was mit den viele
Auswanderer oder hier Einwanderer zu kämpfen
haben, was auch ganz normal ist. Auch gerade in
schwierigen Zeiten sehnt man sich dann auch sehr
nach der Heimat und denkt sich da drüben ist alles
besser, das Gras ist grüner auf der anderen Seite
und so. Du hast schon angesprochen Community, ganz
wichtig, die Fire Brigade, bei der du dich hier
eingebracht hast. Das ist eine riesen Community,
deine Beekeeper Commun. Wann war bei dir so der
Moment, wo du gesagt Das ist es, Wir sind hier
wirklich angekommen? Hier könnte ich mir
vorstellen jetzt für immer zu bleiben.
Patrick: Vielleicht auch, also als wir nach Central Coast
gekommen sind. Bis dahin hat es bei mir noch
gedauert. Hier war so der Was mache ich jetzt? Ich
liebe das Land, ich liebe alles, was sich daraus
ergibt, aber jetzt muss ich mich öffnen. Und das
war so der Punkt. Und der Slang hier ist auch ein
bisschen anders. Also Englisch ist Englisch, aber
ich habe in der Feuerwehr, wenn die dann weder off
what ducks back, also dieses Lingo, dass man sich
einfach öffnet und ja, OK, ich bin nicht hier groß
geworden, aber ich bin offen und ich möchte gerne
lernen und ich bin da zum Helfen und mir wird auch
geholfen und das hat für uns geöffnet. Der Grund,
warum wir das Catering auch gemacht haben, das
hatte ich ganz vergessen vorher zu sagen, ist, ich
wollte versuchen am Wochenende zu arbeiten und in
der Woche Zeit zu haben. Das ist der Plan, dieses
Lifestyle. Ich arbeite am Wochenende und in der
Woche genieße ich oder mach meine Hobbys und hab
diese Zeit, dieses Downturn. Und das war der Grund
mit dem Catering, warum wir das eigentlich
angefangen hatten, weil so nine to five Jobs haben
wir gemacht. Ich habe im Büro gearbeitet und das
ist sehr ermüdend, weil es das Intervall, es ist
immer das Gleiche, es ändert sich nicht. Und hier
hast du diese Flexibilität, das habe ich mir
erhofft. Ist nicht immer so, man arbeitet auch
voll in der Woche gibt es Lieferungen und so
weiter, aber es ist halt so, dass es dir diese
Möglichkeit gibt, die Zeit zu haben, einfach zu
sehen, wo du bist, gerade den Moment zu erfahren
und aufzunehmen, wahrzunehmen und das verlieren
wir alle, wenn wir sieben Tage die Woche oder
sechs Tage die Woche arbeiten.
Benjamin: Ich finde, Zeit ist ein toller Punkt. Es gab
neulich einen wirklich spannenden Artikel von der
ABC, habe davor auch eine Dokumentation schon dazu
gesehen, Stichwort Zeit, Wie erleben wir Zeit?
Warum rast die Zeit, wenn wir älter werden? Und
dieses Making Memories scheint die beste Kur
dagegen zu sein. Also man hat es ja in Covid
erlebt auch wo, wenn man dann in so einen täglich
grüßt, das Murmeltier Rhythmus reinfällt, das
Gehirn sorgt dann auch dafür, repetitive Dinge
einfach zu löschen aus dem Memory, aus dem
Speicher zu dem Zwischenspeicher und dadurch
erscheint uns die Zeit viel, viel schneller.
Genauso, wenn man halt in diesem Hamsterrad drin
ist, arbeiten 9 to 5, jeden Tag dasselbe und so
weiter und so fort. Making Memories ist wirklich
was, es klingt ein bisschen klischeehaft, aber da
ist wirklich ganz viel dran. Und ich glaube, das
kann man auch erweitern, Neue Dinge ausprobieren,
neues erfahren. Wie geht ihr das an in eurer
Familie? Also nicht nur du bist jemand, der offen
ist für Dinge, aber wie lebt ihr das so mit der
Familie? Und würdest du das bestätigen, dass das
vielleicht auch dabei hilft, ein bisschen die Zeit
Patrick: Ich glaube, das ist, also wir haben zwei Kinder,
15 und 17 und das ist schwierig, das zu
vermitteln, weil in dem Alter, sie wollen ihre
eigene Erfahrung machen und das was, das ist
anders. Ich glaube für mich persönlich, mein
Nachname ist ja Faisi und ich nenne mich, also ich
sag mal, ich bin so ein Phaser, also ein Phase,
ich bin in der Phase, aber in dieser Phase, wo man
ist, diesen Moment wirklich zu erfahren. Also
jetzt sitzen wir zusammen und ich bin jetzt mit
dir und nirgendwo anders. Und ich weiß zum
Beispiel jetzt nicht, wo der Tag, was am Tag
passiert, ganz grob. Ja, aber ich lasse es offen.
Kann man sich nur leisten, wenn man jemanden hat,
der es organisiert, alles was drumherum läuft.
Aber es gibt diese Freiheit, dass man Zeit für was
auch immer das ist, Grashalm aufzuheben oder eine
Idee zu haben oder eine verrückte Idee zu haben.
Ach, versuchen wir das mal. Ich glaube, das ist
das Problem, dass wir uns die Zeit geben müssen,
einfach diese Ruhe, damit wir auf Ideen kommen und
das ist das. Und dann ist die Routine weg. Damit
bricht man die Routine. Und das versuche ich mit
meinen Kindern. Aber es ist immer schwierig, wenn
die Kinder sind jetzt in dem Alter, Papa, sie
werden es später, sie werden es später vielleicht
erfahren oder eine eigene Idee haben, wie man das
durchbricht, dass man diese Routine durchbricht,
weil die Zeit wirklich sehr wertvoll ist. Meine
Mutter, Eltern sind beide verstorben und man
sieht, wie schnell die Zeit vergangen ist und da
liegt ein Haufen von Erinnerungen, die was für sie
bedeutet haben. Aber für uns, wir können damit gar
nichts machen und das ist weg mit ihnen. Und
deswegen denke ich für mich, ich will jetzt in
diesem Hier und Jetzt diesen Moment voll
auskosten, egal was es ist, auch wenn es eine irre
Idee ist, irgendwas Neues zu bauen. Oder wir waren
jetzt in Neuseeland auf dem Urlaub und da habe ich
diese Trailer gesehen, wo die älteren Leute Sachen
verkauft haben und ich dachte, das ist doch eine
coole Idee. Wenn du 70 bist, willst noch mit
Leuten kommunizieren und abhängen, jung und alt,
was kannst du machen? Kannst Honig verkaufen,
Bienenkörbe, meine Frau kann, ich bin dann rum.
Und einfach nur, dieses Leben meaningful zu
machen, also bedeutsam zu machen, in jedem Moment
des Lebens, soweit man kann. Das ist so das
Prinzip, was ich hoffe, nachgehen zu können.
Benjamin: Ja, und ich finde, das ist auch wirklich immer
spannend, die unterschiedlichen Lebensmodelle, die
Menschen haben und dein Leben oder euer
Lebensmodell mit diesen Foodtrucks ist ja ein ganz
anderer Rhythmus auch als den, den andere Menschen
haben. Muss natürlich auch irgendwie dafür sorgen,
dass dann genug Essen im Kühlschrank ist und so.
Und auf welche Art und Weise das dann geschieht,
ist ganz unterschiedlich. Aber ich finde es
wirklich spannend und auch diese Kombination aus
verschiedenen Hobbys und Leidenschaften. Also ihr
habt jetzt eure Foodtrucks, du hast deine Bienen
angesprochen, kombiniert sich dann ja auch. Ich
glaube, für diese Currysauce nutzt ihr
wahrscheinlich auch ein bisschen den Honig oder
Patrick: die Currywurst hat Honig drin und das passt
natürlich. Also wenn man das so, wie sagt man,
holistisch angeht, ist es immer der beste Weg,
weil auch wenn bestimmte Sachen nicht
weiterlaufen, geht der andere Weg wieder zu was
Neuem, was man gar nicht gedacht hat, hat einfach
offen sein. Man könnte das und das machen oder
einfach Ideen, wenn wir jetzt zum Beispiel das
Café da machen, dass man den Foodtruck hinstellt,
weil wir haben ihn halt da oder dass man einfach
was anderes kreiert, was man dann da verkaufen
kann. Aber es geht gar nicht so sehr Verkauf, es
geht den menschlichen Kontakt, die Geschichten,
die die Leute reinbringen, so wie wir in
Neuseeland unsere Geschichten erzählt haben bei
dem Pärchen, das da 75 war und die haben ich habe
gesehen, es ging gar nicht so den Laden, Es ging
diesen Kontakt, dass man den behält und dass man
halt wirklich dieses alt und jung. Jetzt habe ich
die Beekeeper sind alle 70, unsere
Mitarbeiterinnen, die mit uns arbeiten, sind alle
backpacker und sind 18, 19, 20 und es hält dich
jung. Es hält dich auch offen, irgendwie nicht so
einen Standardgedanken zu haben, sondern du siehst
die Perspektiven und bist einfach offener für für
das Leben und was es dir bringt.
Benjamin: Ja, auf jeden Fall. Dem kann ich wirklich nur
zustimmen. Noch abschließende Wo geht jetzt die
Reise hin? Also ich meine, euer Business läuft
wirklich gut. Ihr habt da eine tolle Mischung
gefunden, was auch zu eurem Lifestyle passt, Ihr
habt ein schönes Zuhause, ihr habt wirklich einen
tollen Spot gefunden, seid in der Community
wirklich voll angekommen, wie du mir auch schon
berichtet hast, bevor wir überhaupt angefangen
haben, das Interview aufzuzeichnen. Wo siehst du
die Reise jetzt noch hingehen. Also jetzt, du hast
schon gesagt, wenn du 70 bist, vielleicht habt ihr
das Café oder so, aber dazwischen ist ja noch ein
bisschen Zeit in den nächsten Jahren.
Patrick: Gute Frage. Also jetzt, ich habe mir eine Maschine
geholt, eine CNC Machine und werde jetzt aus Holz
Schilder machen und irgendwas kreieren. Vielleicht
mache ich Surfboards, keine Ahnung, irgendwas, was
mich inspiriert. Ich muss mich ein bisschen
bremsen. Ich habe zu viele Projekte. Ich muss das
so ein bisschen reduzieren, weil das Problem ist,
wenn du halt so viel Land hast und es liegt auch
viel rum, das Aufräumen gehört ja auch zur guten
deutschen Erziehung dazu und es ist schwierig
manchmal. Ich denke, der nächste Schritt ist die
Currywurst Soße und das zu vermarkten und
vielleicht sogar die Flaschen irgendwo im Shop zu
sehen. Pet's Courage Berlin Currywurst Sauce oder
so. Das ist das nächste. Und ich will auch meine
Frau das ein bisschen mit ihr malen, dass sie das
bisschen rausbringt. Sie macht sehr viel mit
älteren Leuten, also so Therapie malen, dass wir
das unterstützen und sie macht Zumba. Jetzt wollen
wir die Leute, die sie jetzt organisiert hat, bei
uns war mal so ein bisschen Tanz machen mit Zumba,
dass die Leute kommen auf einen Sippen Sekt und
einen Zumba Tanz oder so. Einfach Spaß haben am
Leben und einfach die Leute, das ist zu viel Platz
hier für uns. Ich würde es gerne teilen mit
Leuten, die das bewusst wahrnehmen und
respektieren. Das ist wichtig und dass man diesen
Platz shared, dass man das gemeinsam genießt, So
wie ich auch wenn ich anderswo hingehe, ich bin
dann mit meinem Schwager, bin ich der Fisherman.
Wir gehen dann fischen und dann bin ich in seinem
Leben drin und muss zwar den Fisch nicht
ausnehmen, aber ich habe den Moment, wo ich mit
dem Boot draußen bin und das ist eine Erfahrung,
die ich über ihn erfahren kann. Und so können
Leute hier bei mir mit den Bienen und ich bin
immer bereit, jungen Leuten und alten Leuten über
Bienen alles zu erzählen. Ganz gefährlich. Könnte
Benjamin: Dazu machen wir nochmal einen anderen Podcast,
weil dieser Honig, kann ich auch wirklich nur
sagen, sieht unfassbar lecker aus. Ich kann kaum
erwarten, den zu probieren. Ist wirklich
inspirierend. Ich finde es wirklich schön, dass du
dir die Zeit genommen hast, mit uns zu sprechen.
Ich finde es auch wirklich spannend, wie du dein
Leben angehst, wie Menschen ihr Leben angehen. Es
ist wirklich sehr inspirierend und wünsche dir
weiterhin alles Gute auf deinem Weg. Vielen,
Patrick: Ich danke dir, dass du gekommen bist. Freut mich
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