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Can whale 'Timmy' still be saved?

Whale stranded on the Baltic Sea coast

Whale 'Timmy' is stuck. Will he be free again? Source: DPA / Daniel Bockwoldt/DPA/AAP Image

For weeks, the fate of stranded whale 'Timmy' has kept Germany in suspense. Rescuers are now using dredges and pipes to remove the sand from under the marine mammal. Dr. Olaf Meynecke is a whale expert at the University of Queensland. He advised Timmy's rescue team. Here is his assessment of the prospects for rescuing the animal.


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Dr. Olaf Meynecke ist Meeresbiologe und kennt sich mit Walen aus

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Wolfgang Müller: Hallo, hier ist Wolfgang Müller von SBS Audio. Ich

spreche mit Dr. Olaf Meinecke. Er ist Marine

Scientist aus Queensland und Walexperte. Und einer

dieser Buckelwale steckt ja momentan in der Ostsee

fest und es wird versucht, ihn am Leben zu

erhalten, aber das ist sehr problematisch. Dr.

Meinecke, Sie haben mit diesem Wal, Timmy heißt er

ja zu tun gehabt.

Dr. Olaf Meynecke: In der Tat, wir haben jetzt diesen Buckelwal schon

seit Wochen in der Ostsee und es wurden ja auch

schon eine Reihe Versuche unternommen. Er ist

immer wieder gestrandet, konnte sich dann einmal

sogar selber befreien und sitzt jetzt leider immer

noch wieder auf einer Sandbank fest. Natürlich, da

ich an Buckelwalen forsche in Australien, vor

allem, aber auch in anderen Regionen der Welt,

kenne ich mich zumindest mit dem Verhalten der

Wale relativ gut aus. Wie natürlich der Zustand

des Tieres akut ist, ist es immer schwer zu sagen,

weil wir ja auch nur von außen rauf gucken können

auf das Tier und da gibt es schon ein paar

Informationen dazu. Und leider ist er so weit tief

in der Ostsee drin, also so weit im Süden, dass er

dort natürlich in besonders vielen Flachgewässern

unterwegs ist und sehr schwierig sich orientieren

kann.

Wolfgang Müller: Nochmal zur Buckelwal. Sind das die gleichen Wale,

die hier in Sydney zweimal jährlich

vorbeischwimmen?

Dr. Olaf Meynecke: Das sind genau die gleichen Wale, das ist die

gleiche Art. Die ist sehr weit verbreitet, hat

sich auch in den letzten Jahrzehnten vom Walfang

relativ gut erholt im Gegensatz zu anderen Arten.

Zum Beispiel der Südliche Kapernwal hat sich nicht

so gut erholt. Aber die Buckelwale haben tiefe

Strategien, sie arbeiten auch zusammen, um Nahrung

zu finden und sie sind eher Generalisten, was die

Nahrung angeht. Sie können Fisch, aber auch Krill

essen, sind also sehr generell unterwegs und haben

dadurch natürlich auch Vorteile gegenüber anderen

Weiharten. Und sie sind im Prinzip in allen Meeren

dieser Welt zu Hause, was schon sehr faszinierend

ist. Nur eigentlich nicht in der Ostsee, denn da

gibt es in der Regel nicht genug zu essen und es

ist halt eben auch nicht das. Also das Wasser ist

ungeeignet, ist nicht salzhaltig genug und es ist

auch viel zu flach.

Wolfgang Müller: Ja, schon mal in die Ostsee reinzukommen ist hier

gar nicht so einfach. Da muss man ja an Dänemark

vorbeischwimmen und dann unten in Deutschland und

sowas. Also was hat ihn denn dazu bewogen, aus der

Nordsee überhaupt in die Ostsee zu schwimmen?

Dr. Olaf Meynecke: Da gibt es eine Reihe von Theorien. Also wir

wissen, dass jüngere Männchen beispielsweise oft

ihre Population verlassen, um einfach neue Gebiete

zu erschließen. Nahrungsmangel kann auch manchmal

der Auslöser sein. Also es gibt einfach nicht

genug Nahrung vielleicht in der norwegischen

Fütterungsregion, dass der Wal dann sich

entschlossen hat, woanders zu suchen. Und es gibt

durchaus Heringsschwärme, die durch die Passage

hindurchkommen und dass er denen einfach gefolgt

ist. Er ist jetzt in keinem sehr schlechten

gesundheitlichen Zustand, er hat gute Fettreserven

und deswegen ist er ja auch noch nicht verstorben.

Er hat einfach schon Nahrung aufgenommen gehabt,

wohl in den letzten Monaten. Er kann also durchaus

auf Nahrungssuche in die Ostsee hineingekommen

sein und dann orientierungslos geworden, weil er

ja in diesen Gewässern auch noch nie unterwegs

ist. Es gibt auch keine anderen Artgenossen, die

jetzt mit ihm kommunizieren können. So können sie

sich ja immer gegenseitig auch helfen und tauschen

Informationen aus, wo man lang schwimmt und wo

nicht. Aber das ist ja in der Ostsee leider nicht

möglich. Und der ist anscheinend immer tiefer,

immer weiter Richtung Süden geschwommen, nun in

der Nähe der Insel Poel und dann auch noch an dem

Kirchsee, wo es wirklich extrem flach ist und eine

sehr ungünstige Stelle, weil er muss ja dann noch,

um wieder rauszukommen, durch die ganzen anderen

Engungen hindurch. Und das ist sicherlich nicht

einfach.

Wolfgang Müller: Und dieser Wal, Timmy wird er ja genannt, das ist

ein ganz schön dicker Brocken, 12 Meter lang und

13 Tonnen schwer. Das ist ja nun einiges.

Dr. Olaf Meynecke: Ja, aber er zählt damit durchaus. Ich sage mal, es

könnte sich um ein erwachsenes Männchen, aber

vielleicht ein jüngeres noch handeln. Weibchen bis

14 Meter wäre jetzt ausgewachsen. Also es geht

noch etwas größer, aber ein ausgewachsenes Tier.

Wir können davon ausgehen, dass er auch eigentlich

schon genug Erfahrung hat, wie man sich jetzt

orientiert. Und deswegen ist es etwas schwierig zu

sagen, ob jetzt dieser Wal in seiner Situation

sich einfach neu orientieren kann wieder. Das

heißt, er braucht einfach Zeit und kann sich

vielleicht auch wieder selbst finden und dann

versuchen Richtung Norden rauszuschwimmen. Oder ob

es auch vielleicht ein physiologisches Problem

gibt, dass vielleicht irgendwas nicht richtig

funktioniert, dass er deshalb immer wieder

gestrandet ist. Das wissen wir leider nicht. Und

deswegen kann es natürlich sein, dass er jetzt

auch wenn er sich befreit, sofort wieder strandet.

Wolfgang Müller: Und jetzt gibt es ja mehrere Teams von von guten

Menschen und Tierliebhabern, die versuchen diesen

Wal zu retten. Das kostet ja auch viel Geld, aber

leider haben die bisher keinen Erfolg gehabt.

Dr. Olaf Meynecke: Es hat sich ja wirklich unglaublich viel

Aufmerksamkeit entwickelt um den Wal. Das hat auch

ein bisschen was damit zu tun, wie am Anfang die

Situation gehandelt wurde. Das wird hier in

Australien etwas anders gemacht, etwas

kontrollierter. Ich glaube, es war einfach auch

ein bisschen Unerfahrung dabei von den lokalen

Behörden, weil Wale stranden dort normalerweise

nicht in der Größe und das hat so viel

Aufmerksamkeit erzeugt. Auf der einen Seite

positiv gibt es jetzt Unterstützung von privaten

Investoren quasi, die helfen wollen, einem Team,

einem Rettungsteam, das so zu unterstützen, dass

sie halt möglichst alles machen können, um den

Wahl zu retten. Auf der anderen Seite hat es aber

auch dazu geführt, dass rationale Entscheidungen

und auch sich einige Experten bzw. Wissenschaftler

einfach zurückgezogen haben, weil sie auch

Todesdrohungen bekommen haben und es wirklich in

Richtung gegangen ist, wo es schwierig ist, einen

Raum zu kreieren, wo man mit allen zusammenkommt

und dann rational Entscheidungen zu treffen. Aber

ich sehe jetzt vor allem das Positive, dass die

Aufmerksamkeit da ist und dass jetzt dem Wal

immerhin irgendwie versucht wird zu helfen. Es

muss alles auch mit der Lokalbehörde abgestimmt

werden natürlich und es gibt Dinge, die sie eben

einfach nicht machen können oder dürfen. Das ist

für das Team vor Ort manchmal sehr frustrierend,

Aber man muss natürlich auch verstehen, die

Behörde hat auch die Verantwortung. Wenn jetzt dem

Wal irgendwie Schaden zugefügt wird, dann darf das

halt eigentlich nicht stattfinden. Es muss ja

schon das Tierwohl beachtet werden, gerade weil so

viel Aufmerksamkeit da ist. Und wir sind so ein

bisschen in der Grauzone drin, wo es halt geduldet

wird, dass dieses Team dort arbeitet und die

versuchen schon alles, um irgendwie eine Lösung zu

finden, jetzt in diesem Moment ihn einfach wieder

ins tiefere Wasser zu kriegen und dann aber auch

an einer Lösung zu arbeiten, die er eben nicht

einfach gleich wieder strandet, dass man versucht,

ihm Orientierung zu geben. Ich bin ja in Kontakt

seit kurzem mit dem Team vor Ort und habe einfach

mal versucht, meine Erfahrungen, wie man mit den

Tieren jetzt in freier Wildbahn umgeht und wie sie

auf bestimmte Sachen reagieren. Einige Sachen, die

sie da versucht haben, machen auch schon Sinn.

Also der Wein hat sich mittlerweile auch an das

Team gewöhnt. Er merkt natürlich, dass keine

Gefahr davon ausgeht, sondern dass offensichtlich

da irgendwas passiert, was aber im Sinne von

helfen ist. Und er reagiert jetzt nicht adversiv

oder so. Wir hoffen, dass er sich vielleicht an

ein bestimmtes Pult gewöhnt, an ein bestimmtes

Geräusch gewöhnt und dass er vielleicht sogar

sogar das Leitboot quasi verwenden kann, um da

wieder rauszukommen. Aber wie gesagt, das hängt

sehr davon ab, ob es sich jetzt hier einfach nur

um eine Orientierungslosigkeit handelt, weil er

wirklich nicht weiß, wo er ist und nur ein

bisschen Zeit braucht oder hat er vielleicht einen

Schaden im Gehirn oder irgendwie in den Sensoren,

dass er vielleicht einfach gar nicht anders mehr

kann. Das wissen wir natürlich nicht.

Wolfgang Müller: Als Laie ist man ja so ein bisschen überrascht,

denn wir wissen ja, dass Wale stranden. Das sehen

wir immer wieder im Fernsehen und das passiert ja

auch auf den Inseln um uns herum. Und ich hab den

Eindruck, die meisten Rettungsversuche sind

eigentlich erfolglos. Irgendwie kehren sie auch

dann wieder zurück und stranden wieder. Also warum

machen Wale sowas?

Dr. Olaf Meynecke: Ja, es sind natürlich unterschiedliche Walarten.

Wir denken jetzt, in Australien haben wir in

Tasmanien leider sehr häufig die

Pilotwalstrandungen mit hunderten von Tieren. Da

spielt eben auch das Verhalten, das

Sozialverhalten der Tiere eine große Rolle. Bei

Buckelwalen, wenn erwachsene Tiere stranden hier

in Australien, werden sie häufig an Land gespült,

quasi durch das Meer und sind dann aber bereits in

einem Schlechten gesundheitlichen Zustand, können

also oft nie gerettet werden, vor allen Dingen,

weil sie auch einfach so groß und schwer sind,

dass sie sich quasi selbst erdrücken, wenn sie am

Strand liegen. Jüngere Tiere hingegen, jüngere

Buckelwale, können erfolgreich gerettet werden,

die dann aber oft eher auf einer Sandbank landen,

weil sie einfach noch keine Erfahrung mit

Strömungen haben oder Tidenhub und die können dann

durchaus gerettet werden und gehen wieder ins

offene Meer zurück. Also es gibt da durchaus

positive. Ja, also es gibt positive

Rettungsversuche. Es hängt wirklich sehr von der

Situation ab und auch natürlich der Tierart. Und

in diesem Fall sehr ungewöhnlich, ein Buckelwal in

der Ostsee zu haben, weil wir dort sehr geringen

Tidenhub haben. Das heißt, das Tier ist jetzt

nicht unbedingt gestrandet, weil es ihm sehr

schlecht geht, sondern vermutlich, weil er einfach

nicht weiß, wo er ist. Und deswegen ist diese

Situation etwas komplizierter. Es ist ein

erwachsenes Tier, wo man eigentlich sagen würde,

er hat keine Überlebenschance, aber er ist ja auch

nicht auf trockenem Land, sondern er ist immer so

ein bisschen noch im Wasser. Es ist so wirklich

eine schwierige, komplexe Situation, die man so

noch nicht gehabt hat. Es ist eben wirklich

situationsbedingt, wie man darauf reagieren kann.

Bei Pilotwallen funktionieren die Rettungen häufig

nicht, weil die Tiere einfach immer wieder zurück

an den Strand gehen, um ihre Artgenossen zu um

dort Hilfe zu leisten und dann selber wieder die

Orientierung verlieren. Bei dem Buckelwal kann man

durchaus hoffen. Jedenfalls sehen wir das bei

Jüngeren. Wenn sie dann wieder zurück sind im

offenen Meer, dann wissen sie auch wieder, wo sie

sind. Sie orientieren sich ja auch an Geräuschen,

elektromagnetischen Feldern und da kommt es

einfach darauf an, dass sie wieder in einer Region

sind, die sie schon mal kennen.

Wolfgang Müller: Dieser Timmy, der jetzt da festsitzt im Schlick,

wie ernährt der sich eigentlich? Der muss doch

Hunger haben.

Dr. Olaf Meynecke: Ja, er muss Hunger haben über mehrere Monate. Sie

hungern ja oft. Während der Sommerzeit wird

Nahrung aufgenommen und im Winter gut in der

nördlichen Hemisphäre ist genau andersrum. Die

fressen quasi Fische in der nördlichen Hemisphäre

und dort wird dann die Nahrung im Winter

aufgenommen und im Sommer geht es eigentlich in

die Fortpflanzungsgebiete in den Süden runter, wo

sie in der Regel nicht Nahrung aufnehmen. Das

heißt, monatelang wird oft keine Nahrung

aufgenommen. Und dieser Wal hat ja bereits Nahrung

aufgenommen gehabt, er hat wirklich Fettreserven

und es ist vermutlich so, dass er vielleicht

Dezember, Januar Nahrung aufgenommen hat. Er kann

Monate noch ohne Nahrung überleben. Und das ist ja

auch das Problem. Er wird jetzt nicht einfach,

weil er da gestrandet ist, verenden schnell,

sondern es kann wirklich viele Wochen dauern. Und

da ist ja auch irgendwie das Verständnis zum Glück

da von Leuten, dass man dieses Tier nicht einfach

so dort liegen lassen kann.

Wolfgang Müller: Warum kann den nicht einfach die Bundeswehr oder

der Technische Hilfswerk unter einen Hubschrauber

schnallen und in die Nordsee zurückbringen, wo er

hingehört? Das wäre doch ein kurzer Flug.

Dr. Olaf Meynecke: Ja, ich glaube, da ist er etwas zu schwer zu Also

es gab ja die Idee, ihn über Pontoons mit einem

Schlepper in den Atlantik zu ziehen, was zum Glück

ist dieser Vorschlag vom Tisch, weil so ein

Transport wurde natürlich noch nie durchgeführt.

Ein Leben der Wahl mit den Wellen und

Schwierigkeiten, das Tier auch einfach dort in

einem Netz zu halten. Die Gefahr, dass es Wasser

in die Lunge bekommt. Also da sage ich so viele

Komplikationen, ob das dann auch erfolgreich sein

kann. Klar, es war jetzt von der Logik her, man

muss ihn rauskriegen. Es gibt auch Ideen, ihn

vielleicht in einen Container zu bekommen, was ich

auch für sehr schwierig halte, weil ich nicht

glaube, dass er freiwillig in einen Container

reingehen würde. Und deswegen sind wir erstmal vor

allem darauf angewiesen, dass das Tier sich selbst

wieder orientieren kann und herausfindet und dass

man versucht, ihn entweder zu leiten, aber es gibt

leider nicht die Möglichkeit, dass man ihn einfach

packt und dann wieder aussetzt. Also theoretisch

schon, aber praktisch bisher technisch und auch

für das Wohl des Tieres äußerst schwierig.

Wolfgang Müller: Wenn ich Ihnen so zuhöre, habe ich den Eindruck,

dass Sie wahrscheinlich keine großen

Überlebenschancen sehen.

Dr. Olaf Meynecke: Leider nicht, weil er wirklich seit Wochen dort in

dieser Situation ist, die natürlich auch für seine

Gesundheit nicht förderlich gewesen ist. Hat lange

gelegen, fast 22 Tage und liegt jetzt wieder. Das

Liegen ist auch nicht gut für die Organe, da gibt

es dann Organschäden. Er hat zum Glück immer etwas

Wasser und jetzt auch wieder durch das Graben

eines tieferen Beckens um ihn herum wieder mehr

Wasser. Das heißt, er hat etwas mehr Auftrieb und

Unterstützung. Aber ja, es ist sicherlich nicht

gut, dass er schon so lange dort ist und dann ist

er ohnehin schon nicht gesund. Also er war jetzt

nicht gesund, als er gestrandet ist. Seine Haut

ist in keinem guten Zustand und die Haut ist auch

irgendwie ein Ausdruck der Gesundheit. Das kann

man schon sagen. Also ich sage mal, ohne Hilfe

würde der Wal dort sehr wahrscheinlich sterben,

aber über mehrere Wochen. Und da es jetzt Hilfe

gibt, gibt es auch immer wieder die Hoffnung, dass

es irgendwie weitergeht. Nur habe ich dann auch

schon so den Eindruck, dass wenn er jetzt wieder

strandet, auch noch im gleichen Gebiet, wo es

wirklich sehr, sehr ungünstig ist, weil dort ist

einfach nur Flachwasser, dass er wirklich nicht

weiß, wo er ist. Und dann ist halt die Frage, wie

oft möchte man das Tier jetzt immer wieder

versuchen, ins offene Wasser zu bringen. Also

irgendwann nützt es natürlich auch dem Tier dann

nichts mehr, weil es einfach nicht weitergeht. Ob

man dann einfach versuchen muss, das so angenehm

zu machen wie möglich für das Tier, um Frieden zu

finden. Ja, also jetzt sind aber so viele Leute im

Einsatz vor Ort, die natürlich auch versuchen

wollen, dass es dem Tier so gut wie möglich geht

und dass es aber trotzdem zu einem guten Ende

kommt. Ja, aber es ist wirklich so, dass der Wal,

sag ich mal, eine sehr geringe Chance hat.

Wolfgang Müller: Aber wenn man einen Hund hat, von dem man weiß,

dass er also nicht mehr weiterleben wird, dann

nimmt man den zum Tierarzt mit und der macht das

dann. Wie macht man das? Bei dem Wal? Lässt man

den jetzt qualvoll verenden?

Dr. Olaf Meynecke: Es ist schwierig, tatsächlich eine Euthanasie

durchzuführen bei einem so großen Tier, ohne dass

man jetzt, man muss ja schon dann wissen, dass es

auch wirklich schmerzlos geht. Aber was man

durchaus versuchen kann, was auch schon bei

ähnlichen größeren Tieren gemacht wurde, bei

Meeressäugern, ist, ihn ruhig zu stellen, das

heißt Berührungsmittel zu verabreichen. Er

reagiert ja auf die Menschen jetzt. Man kann

relativ dicht ran an das Tier. Es ist schwierig,

weil er im Wasser ist. Man kommt also nicht gut an

die Venen heran. Aber es wäre durchaus möglich,

dass man ihn dann zu wenigstens Beruhigungsmittel

verabreicht. Und das ist dann schon mal für den

Wal selbst wesentlich angenehmer. Dann kann man

ihn jetzt halt vor Sonnenlicht schützen. Die

Alternative ist einfach schwierig, weil dort große

Mengen eingesetzt werden müssen und man auch nicht

wirklich 100 Prozent weiß, ob es dann dazu führt,

dass er schnell verstirbt oder ob es daneben noch

Komplikationen gibt. Ich glaube die größeren Tiere

oder so sind eher so 6, 7, 8 Meter. Hier ist

einfach sehr viel Körpermaße. Das ist also gar

nicht so einfach und es auf möglichst angenehme

Weise zu tun. Wir wissen ja, Menschen haben seit

Jahrhunderten Wale gejagt und sicherlich

offensichtlich auch sehr erfolgreich Wale getötet.

Aber wir tun dies nicht auf besonders humane Art

und Weise oder besonders human, je nachdem wie man

das sehen möchte.

Wolfgang Müller: Dr. Meinecke, ich glaube, wir müssen die Situation

noch eine Weile beobachten, aber ich danke Ihnen

vielmals für Ihre interessanten Ausführungen.

Dr. Olaf Meynecke: Ja, vielen Dank und danke, dass Sie das Thema

verfolgen. Ich denke, da wird sich vielleicht in

den nächsten Tagen einiges noch tun.

Wolfgang Müller: Bedanke mich bei Ihnen. Tschüss.

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